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Vor der Ukraine-Wahl: Klitschko kandidiert nicht

Der ukrainische Oppositionspolitiker Klitschko will doch nicht am 25. Mai bei der Präsidentenwahl antreten. Er verzichtet auf eine Kandidatur und unterstützt stattdessen den Oligarchen Petro Poroshenko. Dieser hat die besten Chancen auf einen Wahlsieg.

Boxweltmeister Vitali Klitschko verzichtet auf eine Kandidatur bei der Präsidentschaftswahl in der Ukraine. Er werde stattdessen die Kandidatur des Geschäftsmannes Petro Poroschenko unterstützen, kündigte der proeuropäische Politiker in Kiew an. Klitschko wolle sich um das Amt des Bürgermeisters der Hauptstadt bewerben. Der Politiker hatte bei den Protesten gegen den inzwischen abgesetzten prorussischen Staatschef Viktor Janukowitsch eine führende Rolle gespielt.

Der Milliardär Poroschenko hatte am Freitag seine  Kandidatur für die Präsidentschaftswahl am 25. Mai angekündigt. Außerdem bewirbt sich die ehemalige Regierungschefin Julia Timoschenko um das höchste Staatsamt. Laut Umfragen hätte Poroschenko, der nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion ein Vermögen machte, mit Abstand die besten Chancen auf einen Wahlsieg.

Lawrow will beruhigen

Vitali Klitschko weiß, wann er den Ring verlassen muss.
Vitali Klitschko weiß, wann er den Ring verlassen muss.(Foto: dpa)

Zuvor hatte der russische Außenminister Sergej Lawrow Forderungen an Moskau nach einer Herausgabe der Halbinsel als "absolut aussichtslos" bezeichnet. "Nicht jeder ist mit der Entscheidung Russlands einverstanden, die Krim aufzunehmen, das ist uns klar", sagte Lawrow dem staatlichen Fernsehsender Rossija. Die überwältigende Mehrheit der Krim-Bevölkerung habe sich aber in einem Referendum für den Beitritt der Halbinsel zu Russland ausgesprochen. Dies sei zu respektieren.

Auch wies er Befürchtungen eines bevorstehenden russischen Einmarschs in die Ukraine zurück. Russland habe "nicht die geringste Absicht", die Grenze zur Ukraine zu überqueren, sagte Lawrow. Zuletzt hatte Moskau Angaben westlicher Sicherheitskreise widersprochen, die Armee habe rund 30.000 Mann im Grenzgebiet zusammengezogen. In dem seit Monaten schwelenden Ukraine-Konflikt waren sich die Gesprächspartner jetzt nähergekommen. Nach jüngsten Treffen etwa mit US-Außenminister John Kerry in Den Haag sowie mit "Deutschland, Frankreich und anderen Ländern" zeichnet sich eine mögliche gemeinsame Initiative ab. In der Nacht hatten auch die Präsidenten der USA und Russland, Barack Obama und Wladimir Putin, miteinander telefoniert.

Deutschland könnte Polizei ausbilden

Die Bundesregierung wird voraussichtlich deutsche Polizisten als Ausbilder in die Ukraine schicken. Das Bundesinnenministerium prüft nach eigenen Angaben eine offizielle Bitte der prowestlichen Führung in Kiew um Unterstützung. Noch ist aber unklar, wie viele deutsche Beamte in der früheren Sowjetrepublik zum Einsatz kommen könnten.

Nach dem Machtwechsel in Kiew hatte die ukrainische Regierung am 21. März den ersten Teil eines Assoziierungsabkommens mit der EU unterzeichnet. Die EU hat der Ukraine unter anderem zugesichert, das Land bei der Reform von Polizei und Justiz zu unterstützen. Vor allem im Süden und Osten der Ukraine herrscht eine angespannte Sicherheitslage. In vielen Städten kommt es immer wieder zu Massenkundgebungen, auf denen Demonstranten einen Anschluss an Russland nach dem Vorbild der Krim fordern.

Quelle: n-tv.de

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