Politik

Mehr Teile der Krim besetzt: Klitschko mit Eiern beworfen

Während russische Soldaten weitere Bereiche der Krim in Beschlag nehmen, muss sich Oppositionsführer Klitschko im Osten der Ukraine mit wütenden Demonstranten auseinandersetzen. Er versucht, sie vor den Gefahren einer Teilung des Landes zu überzeugen.

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Knapp eine Woche vor dem geplanten Referendum über einen Beitritt der ukrainischen Halbinsel zu Russland weiten die russischen Einheiten ihre Kontrolle über die Krim aus. Die Soldaten besetzten ein Militärkrankenhaus und einen Raketenstützpunkt. Wie die Nachrichtenagentur Interfax Ukraine meldete, drangen prorussische Kräfte und russische Soldaten in das Krankenhaus in der Regionalhauptstadt Simferopol ein. Dort befänden sich mindestens 20 Schwerkranke.

Auf einer Militärbasis in Sewastopol haben rund 200 russische Soldaten nach Angaben eines ukrainischen Militärsprechers den ukrainischen Soldaten die Waffen abgenommen und das Kommando über den Stützpunkt übernommen.

Derweil hat sich der ukrainische Präsidentschaftskandidat Vitali Klitschko in der pro-russischen Stadt Charkiw auf einer Demonstration dortigen Aktivisten gestellt. Seine Leibwächter mussten eingreifen, als der Ex-Boxweltmeister von einer aufgebrachten Menge mit Eiern, Steinen und Feuerwerkskörpern angegriffen wurde. Sie schützten Klitschko während dessen Rede mit Schirmen, berichten ukrainische Medien. Klitschko beendete seine Rede im Zentrum der ostukrainischen Millionenstadt unbeeindruckt von den Störern und schwenkte eine ukrainische Fahne. Der 42-Jährige wirbt derzeit in den Gebieten nahe der Grenze zu Russland für eine ungeteilte Ukraine. Am Vortag hatte er sich mit Rinat Achmetow getroffen, dem reichsten Mann der Ex-Sowjetrepublik. Achmetow galt als Unterstützer des gestürzten Präsidenten Viktor Janukowitsch.

Selbst ernannter Gouverneur im Gefängnis

In einer weiteren pro-russischen Stadt, Donezk, ist der selbst ernannte "Volksgouverneur" für die ostukrainische Region, Pawel Gugarew, inhaftiert worden. Er galt den moskautreuen Anhängern des gestürzten Präsidenten Viktor Janukowitsch als Symbol des Widerstands gegen die Kiewer Umsturzregierung. Er war innerhalb einer Woche zum Fürsprecher derjenigen geworden, die sich eine größere Annäherung an Moskau wünschen. Die Generalstaatsanwaltschaft in Kiew wirft ihm separatistische Bestrebungen und "Bedrohung der territorialen Unversehrtheit" der Ukraine vor. Gubarew hatte für die Donezk-Region einen Volksentscheid über eine mögliche Angliederung an Russland gefordert - nach dem Vorbild der pro-russischen Krim-Regierung, die für kommenden Sonntag ein Referendum über den Russland-Beitritt der Halbinsel angesetzt hat.

Quelle: n-tv.de

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