Politik

70 Fälle von sexuellem Missbrauch: Kloster Ettal entschädigt Opfer

Im oberbayerischen Kloster Ettal waren über Jahrzehnte hinweg Klosterschüler sexuell missbraucht worden. Neben der wissenschaftlichen Aufarbeitung des Skandals erhalten jetzt rund 70 Missbrauchsopfer eine finanzielle Entschädigung. Die 700.000 Euro werden meist für Anwalts- und Therapiekosten eingesetzt.

Das oberbayerische Kloster Ettal: 2010 wurde bekannt, dass hier über Jahrzehnte hinweg Klosterschüler sexuell missbraucht wurden.
Das oberbayerische Kloster Ettal: 2010 wurde bekannt, dass hier über Jahrzehnte hinweg Klosterschüler sexuell missbraucht wurden.(Foto: picture alliance / dpa)

Das Kloster Ettal entschädigt 70 Opfer von jahrzehntelangem sexuellem Missbrauch und Misshandlungen mit insgesamt 700.000 Euro. Der Mindestbetrag liegt bei 5000 Euro, in Einzelfällen seien bis zu 20.000 Euro überwiesen worden, teilte die nahe Garmisch-Partenkirchen gelegene Benediktinerabtei mit. Bis zum Sommer 2012 will das Kloster zudem die wissenschaftliche Aufarbeitung des Missbrauchsskandals abschließen.

In der Klosterschule samt Internat hatten sich Ordensgeistliche jahrzehntelang an Schülern sexuell vergangen und die ihnen anvertrauten Jungen teils massiv geschlagen oder seelisch drangsaliert.

Die Entschädigungszahlungen wurden von einem unabhängigen Kuratorium festgelegt, das jeden einzelnen Antrag prüfte. Die Misshandlungen liegen teils mehr als 60 Jahre zurück. "Das Kloster war in die Entscheidungsfindung des Kuratoriums nicht eingebunden und hatte keinen Einfluss auf die Höhe der Zahlungen", heißt es in der Mitteilung. In dem Betrag von 700.000 Euro sind auch Anwalts- und Therapiekosten der Opfer enthalten.

Der Missbrauchsskandal war Anfang 2010 bekanntgeworden. Auf Druck des Münchner Erzbischofs, Kardinal Reinhard Marx, trat Abt Barnabas Bögle zurück, kehrte aber nach der Rehabilitierung durch den Vatikan ebenso wie Schulleiter Maurus Kraß wieder in sein Amt zurück.

Quelle: n-tv.de

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