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Mehr als 1000 Polizisten im Einsatz: Krawalle vor Räumung des Lagers von Calais

Schon im September wurde es angekündigt und dann detailliert geplant: Frankreich will das Flüchtlingslager von Calais räumen. Dort jedoch gibt es offenbar Widerstand, Polizisten werden mit Steinen angegriffen.

Vor der Räumung des Flüchtlingslagers im nordfranzösischen Calais ist es zu Krawallen gekommen. Aus einer Gruppe von mehreren Dutzend Menschen flogen in der Nacht Steine auf Polizisten, die dann Tränengas einsetzten, berichtete der Nachrichtensender BFMTV.

Die französische Regierung will das umstrittene Lager, in dem nach offiziellen Angaben etwa 6500 Menschen leben, von diesem Montag an auflösen. Die Migranten sollen mit Bussen in Aufnahmezentren im ganzen Land gebracht werden.

Die Behörden schätzen, dass sich im "Dschungel von Calais" bis zu 200 Aktivisten der "No Border"-Bewegung aufhalten, die für eine Welt ohne Grenzen eintreten. Bei der Räumung sollen rund 1250 Polizisten gut eine Woche lang eingesetzt werden.

"Delikate" Operation

In Calais sammeln sich seit Jahren Menschen, die illegal nach Großbritannien gelangen wollen. Das slumartige Lager aus Zelten, Hütten und inzwischen auch staatlich finanzierten Containern entstand Anfang 2015. Die Situation ist ein halbes Jahr vor der Präsidentschaftswahl auch politisch brisant. "Uns ist klar, wie delikat diese Operation ist", hieß es im Pariser Innenministerium. "Wir wollen nicht gezwungen sein, Gewalt einzusetzen", hieß es aus Ministeriumskreisen. Bei einer Teilräumung war es Anfang des Jahres zu Zusammenstößen gekommen, für die der Staat politische Aktivisten verantwortlich machte.

Die Räumung wurde bereits Anfang September angekündigt und von langer Hand vorbereitet. Eine sehr große Zahl der Menschen sei bereit, Calais zu verlassen, sagte ein Vertreter des französischen Flüchtlingsamtes nun. "Die grundlegende Arbeit trägt ihre Früchte." Sozialteams sollen die Flüchtlinge über den Ablauf informieren. Allein für den ersten Tag stehen 60 Busse bereit, die Migranten in die Aufnahmezentren bringen sollen. Von Dienstag an sollen dann die bereits geräumten Hütten abgerissen werden.

Quelle: n-tv.de

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