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Bewohner der Krim freuen sich auf einen Anschluss an Russland.
Bewohner der Krim freuen sich auf einen Anschluss an Russland.(Foto: dpa)

Deutliches Ergebnis: Krim-Bewohner wollen zu Russland gehören

Noch liegt kein amtliches Endergebnis vor. An der Entscheidung der Bewohner der Krim gibt es nach ersten Hochrechnungen aber keine Zweifel mehr. Allzu deutlich fällt das Ergebnis zugunsten eines Anschlusses an Russland aus.

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Das Ergebnis ist erwartungsgemäß deutlich: Die Bewohner der Krim haben in einem international umstrittenen Referendum für den Anschluss an Russland gestimmt. 95,5 Prozent der Wähler entschieden sich Hochrechnungen zufolge zugunsten Moskaus für die Unabhängigkeit von der Ukraine. Das berichteten russische Nachrichtenagenturen unter Berufung auf die moskautreue Krimführung.

Die Wahlbeteiligung lag den Agenturen zufolge bei 82 Prozent. Das amtliche Endergebnis dürfte die Krimführung noch am Abend veröffentlichen. Bisher wurden etwa die Hälfte der Stimmen ausgezählt.

Westen erkennt Ergebnis nicht an

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Der prorussische Krim-Regierungschef Sergej Aksjonow kündigte an, alles juristisch Notwendige für einen raschen Anschluss an Russland zu tun. "An diesem Montag wird sich der Oberste Sowjet der Krim an Präsident Wladimir Putin wenden mit der Bitte, die Krim in die Russische Föderation aufzunehmen", sagte er. Eine Sitzung der Duma, die die Aufnahme mit einer Gesetzesänderung erleichtern könnte, ist auch schon für Ende der Woche geplant. Und Russlands Präsident Wladimir Putin pochte schon am Nachmittag in einem Gespräch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel darauf, dass er das Referendum für rechtmäßig hält und es akzeptieren werde.

Die Ex-Sowjetrepublik Ukraine und der Westen sehen das anders. Sie erkennen das Ergebnis nicht an. Nach Darstellung ukrainischer Medien wurde die Abstimmung durch Russland manipuliert. Es seien viele russische Staatsbürger, die nicht in den Wählerlisten stünden, eingeflogen worden, um an dem Referendum teilzunehmen. Die EU verurteilte den Volksentscheid als eklatanten Bruch des Völkerrechts. Die Außenminister der Europäischen Union wollen an diesem Montag gegen Russland Sanktionen verhängen. "Wir haben die Konfrontation nicht gesucht. Aber wenn Russland nicht in letzter Minute einlenkt, werden wir am Montag im Kreis der EU-Außenminister eine entsprechende erste Antwort geben", sagte der deutsche Außenminister, Frank-Walter Steinmerier, der "Welt am Sonntag".

Waffenruhe bis zum 21. März

Auch die USA drohen mit weitreichenden Folgen. Sollte der Kreml dem Wunsch der Aufnahme in die Föderation nachkommen, werde Russland einen Preis zahlen müssen für seine Militär-Intervention, teilte das Weiße Haus mit. Moskau werde schon in den kommenden Tagen mit Sanktionen rechnen müssen. Zudem werde das Land international isoliert, was die russische Wirtschaft schwächen werde.

Zumindest militärisch deutete sich unterdessen eine Entspannung der Lage an. Russland und die Ukraine vereinbarten eine Waffenrufe bis zum 21. März. Der Kreml versichterte nach Angaben der ukrainischen Übergangsregierung zudem, die Blockade ukrainischer Militärstützpunkte auf der Krim vorübergehend aufzuheben.

In mehreren Städten der stark russisch geprägten Ostukraine kam es erneut zu Protesten. In Charkow forderten etwa 3000 Demonstranten in ihrer Stadt ein Referendum wie auf der Krim. In Donezk stürmten Randalierer mehrere Verwaltungsgebäude. Bundeskanzlerin Merkel gelang es am Nachmittag aber, Putin davon zu überzeugen, eine stärkere Präsenz von OSZE-Beobachtern in der Ostukraine zu akzeptieren. Eine abschließende Entscheidung darüber könnte schon am Montag bei einer Sitzung des Ständigen Rates der OSZE in Wien fallen. In Kiew und der EU herrscht die Sorge, dass nach dem Krim-Referendum weitere Regionen gen Russland drängen könnten.

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Quelle: n-tv.de

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