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Havanna vor der Öffnung: Erst wenn das Handelsembargo fällt, dürfte auch für die Menschen auf der Straße ein neues Zeitalter anbrechen.
Havanna vor der Öffnung: Erst wenn das Handelsembargo fällt, dürfte auch für die Menschen auf der Straße ein neues Zeitalter anbrechen.(Foto: o-REUTERS)

Tauwetter in der Karibik: Kuba und USA nehmen Beziehungen auf

Epochale Weichenstellung in Washington und Havanna: Nach mehr als fünf Jahrzehnten nähern sich die Vereinigten Staaten und Kuba wieder an. Die ungleichen Nachbarstaaten kündigen die Eröffnung diplomatischer Vertretungen an.

Nach mehr als einem halben Jahrhundert ohne direkten Kontakt haben sich die USA und Kuba auf die Wiedereröffnung von Botschaften verständigt. Die Wiederaufnahme von diplomatischen Beziehungen und der Austausch von Botschaftern werde am Mittwoch offiziell verkündet, verlautete am Abend aus Washington. US-Präsident Barack Obama und US-Außenminister John Kerry würden dazu voraussichtlich am Mittwoch vor die Presse treten.

Historischer Handschlag im April in Panama City: Kubas Präsident Raúl Castro (l.) reicht US-Präsident Barack Obama die Hand.
Historischer Handschlag im April in Panama City: Kubas Präsident Raúl Castro (l.) reicht US-Präsident Barack Obama die Hand.(Foto: REUTERS)

Obama und Kubas Staatschef Raúl Castro hatten im Dezember eine historische Annäherung der beiden Erzfeinde aus dem Kalten Krieg vereinbart. Seit Mitte Januar gelten bereits eine Reihe von Reise- und Handelserleichterungen.

Mitte April trafen sich die beiden Staatschefs zum USA-Kuba-Gipfel auf neutralem Boden: In Panama City reichten sich Castro und Obama in einer viel beachteten Geste die Hand, um die historische Annäherung zwischen den USA und Kuba zu besiegeln.

Noch besteht das Embargo

Der US-Präsident versprach dabei auch, sich beim Kongress in Washington für eine vollständige Aufhebung des 1962 verhängten Handelsembargos gegen den nur etwa 150 Kilometer südlich von Florida gelegenen Inselstaat einzusetzen.

In den USA ist dieser Schritt allerdings umstritten. Während sich die starke Minderheit der Latino-Amerikaner für eine Überwindung des Embargos einsetzen, fürchten konservative Kreise, ihr bislang wichtigstes Straf- und Druckmittel aus der Hand zu geben.

Obama und Castro hatten sich bereits grundsätzlich über den Austausch von Botschaftern verständigt. Die kubanische Regierung machte dafür allerdings die Streichung des kommunistischen Karibikstaates von der US-Terrorliste zur Vorbedingung. Washington kam der Forderung Ende Mai nach. Bislang hatten beide Länder lediglich eine Interessenvertretung unter Schirmherrschaft der Schweiz in der jeweils anderen Hauptstadt.

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Quelle: n-tv.de

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