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Küng ist einer der prominentesten Kritiker der katholischen Kirche. Nun unterstützt er den Kurs des neuen Papstes.
Küng ist einer der prominentesten Kritiker der katholischen Kirche. Nun unterstützt er den Kurs des neuen Papstes.(Foto: dpa)
Sonntag, 06. Oktober 2013

Hoffnung, "dass nun auch Taten folgen": Küng wirbt für Kurs des Papstes

"Die Kirche ist wirklich krank", hatte Hans Küng im letzten Jahr im Interview mit n-tv.de gesagt. Nun zeigt er sich angetan vom Kurs des neuen Papstes. Der Essener Bischof Overbeck fordert derweil, bei Themen wie Zölibat und Homosexualität die Augen nicht vor der Realität zu verschließen.

Papst Franziskus schlägt seit seinem Amtsantritt ganz neue Töne an.
Papst Franziskus schlägt seit seinem Amtsantritt ganz neue Töne an.(Foto: imago stock&people)

Kirchenrebell Hans Küng unterstützt den Reformkurs von Papst Franziskus. "Dem Papst ist es gelungen, das katholische Volk für sich einzunehmen", sagte der katholische Theologe aus Tübingen dem "Focus". "Das hat manchem der deutschen Bischöfe nicht gefallen, die bisher eine andere Linie verfolgt haben." Auch in der römischen Kurie sei der Paradigmenwechsel bisher nicht angekommen, kritisierte der 85-Jährige. Einige in Rom lebten noch "am mittelalterlich-barocken Hof".

Franziskus hatte acht Kardinäle für eine Reformkommission ausgewählt, die Vorschläge für einen Wandel der Kurie und der Kirche vorlegen soll. Man könne nur hoffen, "dass den Worten und Gesten der Erneuerung nun auch Taten der Reform folgen werden", sagte Küng. Er gilt als einer der prominentesten Papstkritiker in der Kirche und als wichtiger Vertreter der reformorientierten Katholiken.

Derweil forderte der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck, vor der Realität bei den Themen Zölibat und homosexuelle Priester nicht die Augen zu verschließen. "Ich weiß also sehr wohl, dass es Priester gibt, die ihr Zölibatsversprechen nicht halten, aber trotzdem einen guten Dienst tun und von den Menschen auch so akzeptiert werden", sagte Overbeck in einem Interview für das Buch "Wie kurieren wir die Kirche?" von Joachim Frank und Alfred Neven DuMont.

Die katholische Kirche brauche aber glaubwürdige Priester, sagte der 49-jährige Ruhrbischof. "Ein Doppelleben ist unzumutbar - für die betroffenen Priester, aber auch für alle, mit denen sie zu tun haben.

Auch beim Thema Homosexualität im Klerus gelte es "anzuerkennen, dass es sie gibt, und zwar häufiger, als viele es zugeben oder sich vorstellen wollen", sagte Overbeck. "Nur bedeutet die Wahrnehmung der Realität nicht notwendig, daraus gleich Normen abzuleiten", fügte der Essener Bischof hinzu.

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Quelle: n-tv.de

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