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Kurden auf der Flucht nach Europa: Ein Schiff der türkischen Küstenwache im Einsatz (Archivbild).
Kurden auf der Flucht nach Europa: Ein Schiff der türkischen Küstenwache im Einsatz (Archivbild).(Foto: REUTERS)

Neue Fluchtwelle in der Ägäis?: Küstenwache greift erstmals Kurden auf

Mit militärischer Gewalt geht Erdogan gegen die Kurden vor - im eigenen Land und jenseits der Grenze. Das Vorgehen des türkischen Präsidenten hat Folgen: Auf der Suche nach Sicherheit machen sich Kurden auf den Weg nach Europa.

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Die türkische Küstenwache hat eigenen Angaben zufolge zum ersten Mal kurdische Flüchtlinge aus der umkämpften Südosttürkei bei der Überfahrt nach Europa aufgegriffen. Die türkischen Kurden hätten sich unter einer Gruppe von Flüchtlingen befunden, die am Vortag in der Ägäis gestoppt worden sei, erklärte ein Sprecher der Küstenwache. Türkische Medien hatten zuvor berichtet, es habe sich um eine Familie aus der Stadt Idil in der Provinz Sirnak gehandelt. Die Stadt liegt in der Kurdenregion im Grenzgebiet zu Syrien und dem Irak.

Dort geht die türkische Armee seit Dezember in einer Großoffensive gegen die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK vor. Anhänger der PKK haben sich dort in Städten verschanzt und liefern sich teils heftige Gefechte mit den Sicherheitskräften.

Krieg gegen die Kurden

Die Armee hatte ihre Angriffe gegen PKK-Stellungen vergangene Woche auf Idil ausgeweitet und auch dort eine Ausgangssperre verhängt. In der Stadt Cizre und im Viertel Sur der Kurdenmetropole Diyarbakir gelten seit Dezember Ausgangssperren.

In der Stadt Silopi wurde die Sperre im vergangenen Monat gelockert; sie gilt inzwischen nur noch nachts. Vor den Kämpfen in der Region sind in den vergangenen Wochen bereits Zehntausende Menschen geflohen. Bislang suchen sie als sogenannte Binnenflüchtlinge noch eine neue Bleibe innerhalb der Türkei. Sollten sich die Bedingungen dort nicht verbessern, könnte die Zahl der Flüchtlinge aus den Kurdengebieten schnell ansteigen.

Quelle: n-tv.de

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