Politik

Ramsauer gegen Wohnluxus: Länder sollen sozial bauen

Vor allem in den großen Ballungsräumen steigen die Mieten immer schneller. Auch Neubauten bewegen sich vor allem im Luxusbereich. Da entdeckt Bundesbauminister Ramsauer seine soziale Ader und fordert von den Ländern, auch für Menschen mit geringeren Einkommen Wohnungen zu bauen.

Es wird wieder gebaut, aber das Wohnen wird nicht günstiger.
Es wird wieder gebaut, aber das Wohnen wird nicht günstiger.(Foto: dpa)

Bundesbauminister Peter Ramsauer (CSU) hat die Bundesländer angesichts steigender Mieten zu mehr Anstrengungen im sozialen Wohnungsbau aufgefordert. Die Länder hätten bei der Föderalismusreform wunschgemäß die Zuständigkeit für die soziale Wohnraumförderung übertragen bekommen, sagte Ramsauer der "Bild"-Zeitung. Jetzt müssten sie dafür Sorge tragen, dass ausreichend Wohnungen für Menschen mit niedrigen Einkommen gebaut werden.

Die Mietsteigerungen in Ballungszentren wie München oder Hamburg seien ein Zeichen, dass mehr gebaut werden müsse, fügte Ramsauer hinzu. "Wohnen darf nicht zum Luxus werden", sagte der Minister.

Er warf den Ländern vor, die vom Bund bereit gestellten Finanzmittel für den sozialen Wohnungsbau von 518 Millionen Euro im Jahr nicht sachgerecht einzusetzen. "Einige geben das Geld offenbar für andere Dinge aus. Damit versündigen sie sich an den sozial Schwachen - das darf nicht sein", sagte Ramsauer. Die Kosten der Energiewende sollten gerecht auf alle Schultern verteilt werden.

Reich baut für reich

Vor Kurzem hatte der Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW) mitgeteilt, dass in diesem Jahr 200.000 neue Wohnungen fertiggestellt werden. Allerdings seien dies vor allem Wohnungen in den höheren Preissegmenten. Für Menschen mit geringeren Einkommen werde zu wenig gebaut, mahnte bei der Bekanntgabe der Zahlen Verbandspräsident Axel Gedaschko.

Insbesondere in Ballungszentren und Groß- und Universitätsstädten werden nach Einschätzung des Deutschen Mieterbunds bis 2017 etwa 825.000 Mietwohnungen fehlen, wenn so weitergebaut werde wie bisher. "Dann werden die Mieten noch schneller steigen als bisher", warnte Verbandsdirektor Lukas Siebenkotten. Kämen dann noch teure energetische Modernisierungen hinzu, "werden die Mieten für einen Großteil der Mieter in Deutschland nicht mehr bezahlbar sein".

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen