Politik

USA sorgen sich um den Verbündeten: Lage in Bahrain auf der Kippe

In Bahrain droht die Lage nach neuen Proteste außer Kontrolle zu geraten. Die Sicherheitskräfte beenden eine friedliche Demonstration nach dem Muster der Ägyptischen Proteste mit Gewalt. Jetzt schaltet sich die Armee ein. Die USA sind "tief besorgt" über die Entwicklung in dem Golfstaat.

Die Polizei riegelt den Lulu-Platz ab.
Die Polizei riegelt den Lulu-Platz ab.(Foto: dpa)

Bei Protesten gegen die Machthaber in der arabischen Welt fließt wieder Blut von Demonstranten. Nach schweren Zusammenstößen zwischen Protestierenden und der Polizei fuhren in der bahrainischen Hauptstadt Manama Panzer auf. Auch in Libyen folgten landesweit tausende Regimegegner dem Aufruf der Opposition zum "Tag des Zorns".

In Manama starben nach Angaben von Augenzeugen und Oppositionellen fünf Menschen, als die Polizei den zentralen Lulu-Platz mit Gewalt räumte. Dort hatten sich rund 5000 Demonstranten versammelt. Offiziell war von drei Toten die Rede. Aus Protest gegen die Eskalation der Gewalt legte der Staatsminister für auswärtige Angelegenheiten, Nasar al-Baharna, sein Amt nieder.

Bei den Zusammenstößen in Manama.
Bei den Zusammenstößen in Manama.(Foto: dpa)

Das Auswärtige Amt in Berlin rät von nicht notwendigen Reisen in das arabische Königreich ab. Die Formel-1 ist alarmiert: ob in der bahrainischen Hauptstadt Manama wie geplant am 13. März die Formel-1-Saison starten kann, war ungewiss.

Ein Armeesprecher in Bahrain rechtfertigte im staatlichen Fernsehen den Einsatz von Soldaten in der Hauptstadt. Dies diene der Sicherheit der Bürger, sagte er. Er warnte davor, weitere Massenkundgebungen an zentralen Verkehrsknotenpunkten abzuhalten.

USA sind besorgt über die Entwicklung

US-Außenministerin Hillary Clinton zeigte sich "tief besorgt" über die Lage in dem Land. Die USA verurteilten Gewalt gegen Demonstranten und unterstützten demokratische Reformen, sagte sie in Washington. Sie habe das Vorgehen der Sicherheitskräfte auch in einem Telefongespräch mit ihrem Amtskollegen, Chalid al-Chalifa, kritisiert, sagte sie.

Bahrain ist aus strategischen Gründen für die USA wichtig: Das kleine Königreich ist ein enger Verbündeter der USA und Hauptquartier der fünften US-Flotte.

Ban: Die Gewalt muss aufhören

Panzaer auf dem Weg in die Hauptstadt Manama.
Panzaer auf dem Weg in die Hauptstadt Manama.(Foto: AP)

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon forderte die Bestrafung der Verantwortlichen in Bahrain. "Dort und anderswo darf Gewalt nicht gegen friedliche Demonstranten und gegen Journalisten eingesetzt werden. Das muss aufhören!", sagte Ban in New York. Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton appellierte an die Regierung in Bahrain, die Grundrechte der Bürger zu achten und zu schützen. Bundesaußenminister Guido Westerwelle verurteilte die brutalen Polizeieinsätze. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International forderte eine rückhaltlose Aufklärung. Nach Angaben des Auswärtigen Amtes halten sich derzeit etwa 700 Deutsche im Land auf.

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Quelle: n-tv.de

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