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Die Chefin des französischen Front National, Marine Le Pen.
Die Chefin des französischen Front National, Marine Le Pen.(Foto: dpa)

"Respektlose Brandstifterin": Le Pen veröffentlicht Fotos von IS-Opfern

Die rechtsextreme französische Politikerin Marine Le Pen veröffentlich auf Twitter brutale Fotos von Opfern der Terrormiliz "Islamischer Staat". Damit reagiert sie offensichtlich auf ein Interview, das ihr nicht gefallen hat - und erntet heftige Kritik.

Mit der Veröffentlichung brutaler Fotos von Opfern der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) hat die rechtsextreme französische Politikerin Marine Le Pen für Empörung gesorgt. Der sozialistische Premierminister Manuel Valls bezeichnete die Chefin des Front National (FN) wegen der "abscheulichen Fotos" als "Brandstifterin". Die Veröffentlichung der Fotos, die unter anderem ein enthauptetes IS-Opfer zeigen, im Kurznachrichtendienst Twitter sei "ein politischer und moralischer Fehler, eine Respektlosigkeit gegenüber den Opfern".

Le Pen hatte auf ihrer Twitter-Seite drei Fotos von Männern in orangefarbener Gefangenenkleidung veröffentlicht, die offenbar Opfer der IS-Dschihadisten geworden sind. Eines zeigt einen enthaupteten Leichnam mitsamt des abgetrennten, blutverschmierten Kopfes, ein zweites den in Brand gesetzten jordanischen Piloten Muaz al-Kasasbeh in einem Käfig, ein drittes einen Mann, der von einem Panzer überfahren wird. Die Fotos versah die FN-Chefin mit dem Satz: "DAS ist der IS."

Fotos als Reaktion auf Interview

Die Vorsitzende des Front National reagierte damit auf Äußerungen des bekannten Journalisten Jean-Jacques Bourdin. Dieser hatte in einem Interview mit einem Islamismus-Experten in einer Frage Parallelen zwischen dem IS und der FN hergestellt - beiden sei eine "selbstbezogene Abschottung" ähnlich. Le Pen bezeichnete diesen Vergleich auf Twitter als "inakzeptable Entgleisung" und veröffentlichte dazu die Fotos der IS-Opfer.

Bourdin verurteilte die "hysterischen Reaktionen" vonseiten des FN. Der Journalist betonte, er habe niemals behauptet, dass die rechtsextreme Partei genauso wie der IS sei. "Es ist unangenehm, dass jemand hysterisch wird, wenn wir Fragen stellen. Wir werden weiter Fragen stellen - ob das den FN-Verantwortlichen gefällt oder nicht."

Quelle: n-tv.de

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