Politik
Bild aus Chicago: Die Wirtschaft der Stadt ist schwer gebeutelt.
Bild aus Chicago: Die Wirtschaft der Stadt ist schwer gebeutelt.(Foto: REUTERS)

Vorbild "Occupy Wall Street": Linke ruft zum Aufstand auf

Linken-Chef Ernst appelliert an die Gewerkschaften: Nur sie hätten ausreichend Kraft, einen "Aufstand der Anständigen" gegen die "Diktatur der Banken" auf die Straße zu bringen. Für die Arbeitnehmer gehe es in der Finanzkrise um alles, so der ehemalige Gewerkschaftsfunktionär. Und seine Ex-Kollegen scheinen eigentlich gut aufgestellt.

Ernst ermahnt die Ex-Kollegen.
Ernst ermahnt die Ex-Kollegen.(Foto: picture alliance / dpa)

Ratschlag an die Ex-Kollegen: Linken-Chef Klaus Ernst fordert die Gewerkschaften auf, sich an die Spitze der Anti-Banken-Proteste zu stellen. Dabei könnte die Bewegung in den USA als Vorbild dienen. Dort wächst unter dem Motto "Occupy Wall Street" eine inzwischen landesweite Protestbewegung heran. Die Gewerkschaften seien "im Kern die einzige Kraft mit genug Atem, echte Veränderungen zu erzwingen", sagte Ernst n-tv.de. In der Weltwirtschaftskrise gehe es für die Arbeitnehmer um alles. Ernst, studierter Volkswirt, war selbst über Jahrzehnte als Gewerkschafter aktiv, unter anderem als Betriebsrat und Mitglied verschiedener Aufsichtsräte.

"Wir brauchen einen neuen Aufstand der Anständigen", forderte Ernst. Die Rettungsschirme führten dazu, dass die Bürger für die Banken hafteten, die Lage in den Krisenstaaten werde aber immer schlimmer. "Es ist Aufgabe der Gewerkschaften, die Interessen ihrer Mitglieder gegen die Diktatur der Banken zu verteidigen", so Ernst. Das müsse in der Finanzkrise stärker sichtbar werden. "Es wäre ein wichtiges Signal, wenn die Gewerkschaften zum Protest gegen die Banken aufrufen und der Politik eine Garantie für Löhne, Renten und Sozialleistungen abverlangen würden."

DGB-Chef Sommer hat die Ratingagenturen als Hauptfeind ausgemacht.
DGB-Chef Sommer hat die Ratingagenturen als Hauptfeind ausgemacht.(Foto: dpa)

Erst gestern hatte die IG Metall vom ersten Mitgliederzuwachs seit mehr als 20 Jahren berichtet – die Marke von 2,3 Millionen kommt wieder näher. Jedes zweite Neu-Mitglied sei jünger als 27 Jahre, so die Gewerkschaft. Auch die finanziellen Rücklagen seien in Ordnung. Und heute warf DGB-Chef Michael Sommer der Politik ein anhaltendes Versagen im Kampf gegen die Ursachen und Auswirkungen der Wirtschaftskrise vor. "Es gibt noch immer keine angemessene Beteiligung der Krisenverursacher an der Finanzierung der Krisenfolgen und krisenbekämpfenden Maßnahmen", sagte Sommer.

Besonders hart ins Gericht ging der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes mit den sogenannten Ratingagenturen aus den USA, die die Bonität von Staaten und Unternehmen bewerten. Dabei verglich Sommer die Wirkung dieser Dienstleister mit der Sprengkraft von schwerem Kriegsgerät. "Die US-Ratingagenturen sind die wirkungsvollsten Cruise Missiles der Wall Street", sagte Sommer in Anspielung auf den englischen Namen für Marschflugkörper, die die Weltmacht in Kriegen beispielsweise von Flugzeugträgern abfeuert.

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Quelle: n-tv.de

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