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Die rechtsextreme Partei "Goldene Morgenröte" stellt nach Ansicht vieler Griechen eine Gefahr für die Demokratie dar.
Die rechtsextreme Partei "Goldene Morgenröte" stellt nach Ansicht vieler Griechen eine Gefahr für die Demokratie dar.(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Griechischer Rechtsextremist legt Geständnis ab: Linker Aktivist niedergestochen

Die griechischen Parteien sind entsetzt: Kämpfe zwischen linken und rechten Gruppen fordern mittlerweile Todesopfer. Die Regierung denkt über Parteiverbote nach. Parteien wie die "Goldene Morgenröte" sollten als verbrecherische Organisation verboten werden, heißt es.

Bei einem Kampf zwischen linken und rechten Gruppierungen in Griechenland ist ein linker Aktivist getötet worden. Das 34-jährige Opfer sei in der südgriechischen Hafenstadt Piräus niedergestochen worden und sei im Krankenhaus seinen Verletzungen erlegen, hieß es aus Polizeikreisen. Demnach gehörte er der linken Organisation "Antarsya" an.

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Bei dem mutmaßlichen Täter handele es sich um einen bekannten Rechtsextremisten, der Mitglied der rechtsextremen Partei "Goldene Morgenröte" sei. Der 45-Jährige, bei dessen Festnahme ein Messer gefunden wurde, habe die Tat bereits gestanden.

Nach Darstellung der außerparlamentarischen Partei "Antarsya" war "der 34-jährige Antifaschist" von mehreren Mitgliedern der rechtsextremistischen Partei "Goldene Morgenröte" nach einem Streit in einem Café überfallen worden. Der Streit drehte sich offenbar zunächst um Fußball, habe sich dann jedoch schnell zu einer Auseinandersetzung über politische Themen entwickelt. "Antarsya" kündigte Proteste an. Die "Goldene Morgenröte" dementierte jedoch, dass Mitglieder der Organisation "etwas mit diesem Zwischenfall zu tun" hätten.

Der Ruf nach einem Parteiverbot wird lauter

Der Fall erregt nicht nur linke Organisationen, sondern ruft auch Entsetzen bei den etablierten Parteien hervor: "Ich rufe alle demokratischen Kräfte auf, zusammen zu entscheiden, dass der Staat und die Gesellschaft keine Taten mehr akzeptiert, die die Demokratie untergraben", sagte der Minister für öffentliche Ordnung und Bürgerschutz, Nikos Dendias. Die Regierung werde mit den demokratischen Parteien Wege suchen, wie die "Goldene Morgenröte" als verbrecherische Organisation verboten werden könne.

"Es handelt sich um einen organisierten Versuch, die Demokratie zu destabilisieren", sagte der Vertreter der Oppositionspartei Bündnis der radikalen Linken (Syriza), Dimitris Papadimoulis. "Die 'Goldene Morgenröte' ist eine verbrecherische Vereinigung", erklärte die zusammen mit den Konservativen regierende Sozialistische Partei (Pasok).

Wirtschaftskrise als Katalysator für Radikalisierungen

Bei der griechischen Parlamentswahl im Jahr 2012 hatten die Rechtsextremisten knapp 7 Prozent und somit 18 Mandate im 300-Sitze-Parlament in Athen errungen. Nach jüngsten Umfragen rangiert die Goldene Morgenröte mit derzeit 13 Prozent der Stimmen auf dem dritten Platz.

In Griechenland kommt es seit einigen Monaten zunehmend zu Gewalttaten mit politischem Hintergrund. Erst kürzlich waren bei gewaltsamen Zusammenstößen in der Vorstadt von Athen acht Mitglieder der kommunistischen Partei KKE verletzt worden. Auch dafür wurden Anhänger der "Goldenen Morgenröte" verantwortlich gemacht. Als Gründe für die Radikalisierung vieler Griechen gelten die schwere Wirtschaftskrise sowie der starke Zustrom von Migranten aus Asien und Afrika.

Quelle: n-tv.de

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