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Zurück zum Schilling: Frank Stronach.
Zurück zum Schilling: Frank Stronach.(Foto: REUTERS)

Stronach setzt auf Euro-Skepsis: Magna-Milliardär gründet Partei

In Österreich will Milliardär Stronach mit einem Anti-Euro-Kurs punkten: Der Gründer des Autozulieferers Magna hofft, als Spitzenkandidat seiner eigenen Partei bei den kommenden Parlamentswahlen ein zweistelliges Ergebnis zu erzielen. Kompromisse will er nicht eingehen.

Der österreichische Milliardär Frank Stronach wird eine eigene Partei gründen - und wendet sich dabei gegen den Euro. "In der letzten Septemberwoche werden wir die Gründung einer Partei bekanntgeben. Wir haben das Spitzenpersonal zusammen, das Parteiprogramm steht", sagte der 79-Jährige den "Deutschen Wirtschaftsnachrichten".

Stronach will unter anderem mit einem Anti-Euro-Kurs punkten. "Europa muss den Frieden sichern sowie freien Güter-, Personen-, Dienstleistungs- und Kapitalverkehr sicherstellen. Europa kann jedoch nur funktionieren, wenn jedes Land seine eigene Währung hat", so der Unternehmer. Weitere Schwerpunkte: Kampf gegen Vetternwirtschaft und Korruption sowie die Forderung nach einem einfacheren Steuersystem.

Stronach ist der Gründer des Autozulieferers Magna. Das Unternehmen wurde vor drei Jahren auch in Deutschland der breiten Öffentlichkeit bekannt, als es an einer Übernahme von Opel interessiert war. Seit vielen Monaten wurde in Österreich gerätselt, ob Stronach seine frühere Ankündigung zur Gründung einer Partei tatsächlich umsetzt.

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Der Milliardär kündigte an, er werde Spitzenkandidat der neuen Partei. Zugleich gibt er sich gleichermaßen zuversichtlich und kompromisslos: Bei den Parlamentswahlen im Herbst kommenden Jahres will er ein Ergebnis von zehn Prozent erreichen und nur dann eine Koalition eingehen, wenn sein Programm akzeptiert werde.

Unterdessen unterstrich Stronach in der österreichischen Tageszeitung "Die Presse" seine Ablehung gegenüber dem dauerhaften Euro-Rettungsschirm ESM und forderte Österreich auf, die Eurozone zu verlassen. "Je früher Österreich aus dem Euro aussteigt, umso besser ist es für die österreichischen Menschen", sagte er. "Je länger wir drinnen bleiben, umso negativer ist es."

Ungewöhnlich ist, dass mit Stronach der Gründer eines internationalen Konzerns die Rückkehr zu nationalen Währungen fordert. Er erinnert damit an den ehemaligen Chef des Bundesverbands der Deutschen Industrie, Hans-Olaf Henkel. Dieser engagiert sich bei den Freien Wählern und hält die Aufspaltung der Eurozone für eine gute Idee - also die Einführung eines "Nord-Euro" und eines "Süd-Euro".

Quelle: n-tv.de

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