Politik

"Überflüssig, teuer, nutzlos": Maryland schafft Todesstrafe ab

Der Trend in den USA hält an: Immer mehr Bundesstaaten machen Schluss mit dem Töten von Staats wegen. Doch fünf Menschen sitzen noch in der Todeszelle. Ihre Zukunft ist ungewiss, auch wenn es Hoffnung für sie gibt.

Todeszelle in Texas: In den USA wird in Dutzenden Staaten die Todesstrafe weiter angewendet.
Todeszelle in Texas: In den USA wird in Dutzenden Staaten die Todesstrafe weiter angewendet.(Foto: picture alliance / dpa)

Als 18. Bundesstaat der USA hat Maryland die Abschaffung der Todesstrafe beschlossen. Das Abgeordnetenhaus des Ostküstenstaates bestätigte das vorangegangene Votum des Senats. Das Gesetz gilt allerdings nicht rückwirkend - fünf Gefangene warten noch in der Todeszelle auf ihre Hinrichtung. Jedoch wird darauf spekuliert, dass der demokratische Gouverneur Martin O'Mally ihre Strafe in Lebenslänglich umwandelt.

"Wir haben die moralische Verpflichtung, Dinge zu stoppen, die überflüssig, teuer und nutzlos sind und mit denen man keine Menschenleben rettet", sagte O'Mally Journalisten. Die Todesstrafe tauge nichts, um die Verbrechensquote zu senken. Für ihre Abschaffung votierten 88 Abgeordnete, dagegen waren 56.

Der Beauftragte der Bundesregierung für Menschenrechte, Markus Löning, begrüßte die Entscheidung: "Sie zeigt, dass der Trend zur Abschaffung der Todesstrafe auch in den Vereinigten Staaten anhält." Der FDP-Politiker Löning appellierte an O'Mally, jetzt auch die bereits verurteilten Todeskandidaten zu begnadigen.

Seit 2005 wurde die Todesstrafe in Maryland nicht mehr vollstreckt. Der Bundesstaat Connecticut hatte sie im April 2012 abgeschafft, Illinois im Jahr 2011. In Oregon trat 2011 ein Hinrichtungsmoratorium in Kraft. In mehreren US-Staaten befassen sich die Parlamente mit Anträgen zur Abschaffung der Todesstrafe.

Bilderserie

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen