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(Foto: REUTERS)

Trotz hartem Brexit: May will offene Grenze zu Irland behalten

Ob es Gewinner beim Brexit gibt, steht in den Sternen – einen Verlierer gibt es mit Sicherheit: Irland. Nun reist die britische Premierministern May mit einer klaren Botschaft nach Dublin.

Die britische Premierministerin Theresa May und der irische Regierungschef Enda Kenny wollen auch nach dem Brexit eine befestigte Grenze zwischen Nordirland und der Republik Irland vermeiden. Das machten sie bei einer gemeinsamen Pressekonferenz in Dublin deutlich. May war zu Gesprächen mit ihrem irischen Kollegen nach Dublin gereist.

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"Wir wollen keine Rückkehr zur Grenze, das ist nicht nur eine Phrase", sagte May. Die britische Regierungschefin hatte kürzlich in einer Grundsatzrede zum Brexit angekündigt, dass Großbritannien den europäischen Binnenmarkt verlassen wird. Auch der Zollunion will das Land in der derzeitigen Form nicht mehr angehören. Das hatte Ängste geschürt, zwischen dem britischen Nordirland und der zur EU gehörenden Republik Irland könnten Grenzkontrollen eingeführt werden.

Nach einem Brexit verliefe die Außengrenze der EU zwischen der Republik Irland und dem zu Großbritannien gehörenden Nordirland. Bliebe Großbritannien im Binnenmarkt, könnten die Grenzen offen bleiben wie dies auch an der Grenze Deutschlands zur Schweiz der Fall ist. Das Nachbarland gehört nicht der EU, aber dem gemeinsamen Binnenmarkt an. Für die Grenze auf der irischen Insel muss die EU eine neue Lösung finden, wenn Mays Ankündigung wahr werden soll.

Irland sitzt zwischen den Stühlen

Kenny sagte laut der "Irish Times", es sei "absolute Priorität" für Irland, bei den Brexit-Verhandlungen für möglichst engen Handel zu sorgen. Das liegt im irischen Interesse, weil das Vereinigte Königreich der wichtigste einzelne Handelspartner Irlands ist. Gleichzeitig profitiert die Republik vom großen EU-Binnenmarkt und ist auch durch den Euro fest an Europa gebunden. Irland sitzt also gewissermaßen zwischen den Stühlen – der Brexit ist für Irland eine riesige Herausforderung.

Politiker in Nordirland sehen sogar bereits den Friedensprozess zwischen Katholiken und Protestanten in der Region gefährdet. Nordirland steckt seit Wochen in einer politischen Krise. Am 2. März soll dort ein neues Regionalparlament gewählt werden. May und Kenny zeigten sich zuversichtlich, dass ein Abkommen zwischen den beiden Ländern geschlossen werden kann, um eine befestigte Grenze zu vermeiden.

Quelle: n-tv.de

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