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Die Menschen geben die Hoffnung nicht auf, doch noch über die Grenze nach Mazedonien und damit in Richtung Norden gelassen zu werden.
Die Menschen geben die Hoffnung nicht auf, doch noch über die Grenze nach Mazedonien und damit in Richtung Norden gelassen zu werden.(Foto: dpa)

Für einen Moment steht das Tor offen: Mazedonien lässt 170 Flüchtlinge durch

Ohne jegliche Ankündigung öffnet Mazedonien in der Nacht zum Mittwoch kurzzeitig den Grenzübergang Idomeni. Eine wenige Flüchtlinge bekommen das Angebot überhaupt mit. Am Ende sind es 170, die über die Grenze dürfen.

Mazedonien hat für einen kurzen Moment seinen Grenzübergang in Idomeni geöffnet und Dutzende Flüchtlinge aus Griechenland ins Land gelassen. Damit wurde erstmals seit den gewaltsamen Ausschreitungen am Montag wieder einer Gruppe von Flüchtlingen die Einreise erlaubt. Etwa 170 Menschen seien in das Land gelassen worden, teilten die griechischen Behörden mit.

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Wegen der weitgehenden Schließung der Balkanroute durch Österreich und weitere Länder sitzen im griechischen Grenzort Idomeni nach Angaben der örtlichen Behörden inzwischen etwa 10.000 Flüchtlinge unter miserablen Bedingungen fest. Hilfsorganisationen warnen vor einem Mangel an Essen und Zelten. Aus diesem Grund appellierte die Organisation Pro Asyl an die Bundesregierung und Kanzlerin Angela Merkel, die Flüchtlinge gezielt nach Deutschland zu holen.

Deutschland müsse hier mit gutem Beispiel vorangehen und Motor in Europa sein, sagte der Pro-Asyl-Geschäftsführer Günter Burkhardt in Berlin. "Und andere EU-Staaten müssen dann mitziehen." Die vielen Flüchtlinge in Griechenland bräuchten dringen Schutz und Hilfe. Sie könnten vor Ort nicht mehr versorgt werden. "Wenn man nichts tut, wird Griechenland zur Falle", mahnte Burkhardt. "Da zeichnet sich eine Katastrophe ab."

Merkel hatte am Dienstag indirekt an die Flüchtlinge appelliert, in Griechenland zu bleiben. Dafür stellte sie umfassende Hilfe der EU in Aussicht. "Es gibt Übernachtungsmöglichkeiten und Aufenthaltsmöglichkeiten auch in Griechenland. Die müssten auch von den Flüchtlingen genutzt werden", sagte die Kanzlerin. Die Krise an der Grenze zwischen Mazedonien und Griechenland müsse vor Ort gelöst werden.

Am Montag hatten etwa 300 Iraker und Syrer in Idomeni Polizeibarrieren und ein Metalltor durchbrochen. Die mazedonische Polizei reagierte mit Tränengas, ein Beamter und Dutzende Flüchtlinge wurden verletzt. Mazedonien entsandte daraufhin weitere Polizisten und Soldaten an die Grenze.

Quelle: n-tv.de

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