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Pegida-Demonstranten im Oktober in Dresden.
Pegida-Demonstranten im Oktober in Dresden.(Foto: REUTERS)

"Hemmschwelle ist gesunken": Mazyek: Islamfeindlichkeit nimmt zu

Der Zentralrat der Muslime in Deutschland sorgt sich. "Ressentiments und Diskriminierung nehmen zu", sagt der Vorsitzende Mazyek. Rassismus sei salonfähiger geworden. Und er fordert ein Vorgehen wie bei antisemitisichen Vorfällen.

Die Islamfeindlichkeit in Deutschland wird nach Angaben des Zentralrats der Muslime in Deutschland (ZMD) seit Jahren immer stärker. "Ressentiments und Diskriminierung nehmen zu", sagte der ZMD-Vorsitzende Aiman Mazyek der "tageszeitung" vom Wochenende.

Dazu trügen auch die fremdenfeindliche und antiislamische Pegida-Bewegung sowie die rechtspopulistische AfD bei. "Die Hemmschwelle ist gesunken", sagte er. "Es ist salonfähiger geworden, sich offen rassistisch zu äußern." Mazyek forderte, islamfeindliche Straftaten gesondert zu erfassen. Es müsse ähnlich vorgegangen werden wie bei antisemitischen Vorfällen.

Der ZMD-Vorsitzende warnte davor, im Kampf gegen den Extremismus "auf alte Rezepte zurückzugreifen, die überhaupt nicht funktioniert haben: weniger Freiheit, mehr Sicherheit und noch mehr Stigmatisierung von Muslimen". Das habe letztlich dazu geführt, "dass wir schon wieder die nächste Generation von Extremisten haben", sagte er.

Statt Krieg und Repression werde eine "Allianz friedliebender Menschen gegen die Extremisten" gebraucht. "Und dazu zählen auch die Muslime in ihrer absoluten Mehrheit", betonte Mazyek. "Wenn man es wirklich ernst meint damit, den Islamismus zu bekämpfen, braucht man die Muslime als Partner."

Quelle: n-tv.de

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