Politik

Das Vertrauen ist dahin: Mehrheit der Deutschen von USA enttäuscht

Die NSA-Schnüffelaffäre zieht das Ansehen der USA in Deutschland stark in Mitleidenschaft. Fast zwei Drittel der Deutschen sehen in den USA keinen vertrauenswürdigen Partner mehr. Die USA selbst sprechen von Spannungen.

Die anhaltenden Enthüllungen in der NSA-Geheimdienstaffäre haben das Ansehen der USA bei den Deutschen einer Umfrage zufolge stark geschwächt. Der Anteil der Deutschen, die die Vereinigten Staaten für einen Partner halten, dem man vertrauen kann, sank nach dem ARD-"Deutschlandtrend" seit Juli um 14 Prozentpunkte auf 35 Prozent. 61 Prozent finden demnach, dass die USA kein vertrauenswürdiger Partner seien.

Der ehemalige US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden, der die Spähaffäre mit seinen Insider-Enthüllungen ins Rollen brachte, ist für die Deutschen demnach mehrheitlich bewundernswert. 60 Prozent sind der Umfrage zufolge Ansicht, er sei eher ein Held. 14 Prozent betrachten ihn eher als Straftäter. Bei der Frage, ob Deutschland Snowden Asyl anbieten sollten, sind die Bürger gespalten: 46 Prozent sind dafür, 48 Prozent dagegen.

USA räumen Spannungen ein

Unterdessen räumte US-Außenminister John Kerry Spannungen im Verhältnis zwischen den USA und Deutschland ein. Der "Bild"-Zeitung sagte er: "Ohne Frage hat diese Situation zu Spannungen in unserem Verhältnis mit Deutschland und den Deutschen geführt." Themen wie das transatlantische Freihandelsabkommen oder der Umgang mit Syrien und dem Iran seien aber "zu wichtig, um nicht gemeinsam voranzuschreiten", warnte Kerry.

Kerry versprach eine schnelle Aufarbeitung der NSA-Affäre um die Abhöraktion gegen Kanzlerin Angela Merkel. Nach einem ersten Treffen in Washington solle es weitere Gespräche zwischen beiden Regierungen geben.

Zuvor wurde bekannt, dass sich die Snowden-Unterstützerin Sarah Harrison seit dem Wochenende in Deutschland aufhält. Das geht aus einer Botschaft der Wikileaks-Mitarbeiterin hervor, die sie auf der Website der Enthüllungsplattform veröffentlichte. Ihre Anwälte hätten ihr geraten, nicht nach Großbritannien zurückzukehren, weil sie dort nicht sicher sei. Harrison hatte die vergangenen Monate an der Seite Snowdens in dessen russischem Asyl verbracht.

Quelle: n-tv.de

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