Politik
Eine syrische Familie nach ihrer Ankunft in München.
Eine syrische Familie nach ihrer Ankunft in München.(Foto: picture alliance / dpa)
Dienstag, 06. Oktober 2015

Von der Leyen springt Merkel bei: Mehrheit der Deutschen will Grenzkontrollen

War es richtig, syrische Flüchtlinge ohne Kontrollen nach Deutschland kommen zu lassen? Eine Mehrheit der Deutschen sagt mittlerweile "Nein", wie eine Umfrage zeigt. Verteidigungsministerin von der Leyen ruft die Deutschen auf, nicht kleinmütig zu werden.

Die Deutschen beurteilen die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung zunehmend skeptischer. 59 Prozent halten die Entscheidung von Bundeskanzlerin Angela Merkel für falsch, syrische Flüchtlinge aus Ungarn unregistriert nach Deutschland einreisen zu lassen, ergab eine Umfrage im Auftrag der Initiative Markt- und Sozialforschung. Hingegen fanden es Anfang September laut ZDF-Politbarometer noch 66 Prozent der Befragten richtig, Zehntausende Flüchtlinge aus Ungarn einreisen zu lassen.

Insbesondere im Osten Deutschlands werde die Entscheidung nun abgelehnt - mehr als zwei Drittel (69 Prozent) heißen diese nicht gut. Im Süden Deutschlands, dort wo die meisten Flüchtlinge ankamen, zeigt sich ein anderes Bild. In Baden-Württemberg und Bayern lehnen nur 55 Prozent der Befragten die Entscheidung ab.

Zwei Drittel der Deutschen sehen ihr Land zwar als Einwanderungsland, jedoch sind über drei Viertel der Meinung, die Zuständigkeit für Flüchtlinge sollte weiterhin bei dem ersten sicheren Land liegen, welches ein Flüchtling erreicht. Mehr als vier Fünftel wollen wieder Grenzkontrollen einführen.

Von der Leyen: Wir schaffen das

Auch die Umfragewerte Angela Merkels und der CDU sind leicht zurückgegangen. Nun springt Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen der Kanzlerin in der Debatte bei. "Wir schaffen das, wenn wir jetzt im Angesicht der Größe der Aufgabe nicht kleinmütig werden, sondern unsere Offenheit verteidigen", sagte die Ministerin der "Bild"-Zeitung.

"Unser Land hat schon viele große Leistungen vollbracht mit Zuversicht, wachem Blick für Realitäten, mit Organisations- und Tatkraft. Nutzen wir das und achten wir darauf, dass alle - egal, ob hier geboren oder in einem anderen Land - unser Grundgesetz achten. Schutz und Würde verfolgter Menschen sind diesen Einsatz wert."

Auch der Wirtschaftsminister und SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel zeigte sich überzeugt: "Wir schaffen das, wenn wir Integration fördern, aber auch fordern - und auch an die deutsche Gesellschaft denken und niemandem das Gefühl geben, er würde von der Politik vergessen."

Quelle: n-tv.de

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