Politik
Frauke Petry hat Bernd Lucke aus dem Vorstand der Alternative für Deutschland verdrängt.
Frauke Petry hat Bernd Lucke aus dem Vorstand der Alternative für Deutschland verdrängt.(Foto: imago/Reiner Zensen)
Mittwoch, 30. September 2015

Stern-RTL-Wahltrend: Neue AfD erstmals bei 5 Prozent

Nachdem sich die Alternative für Deutschland von ihrem pragmatischen Flügel um Bernd Lucke trennte, ging es für die Partei bergab. Nun erreicht sie erstmals wieder die entscheidende Hürde für den Einzug in den Bundestag.

Die Flüchtlingssituation schlägt sich im Wahlverhalten der Deutschen nieder. Viele Wähler, die offenbar mit der Asylpolitik der Koalition und der anderen Bundestagsparteien unzufrieden sind, sagen in der Forsa-Umfrage, sie würden nun die AfD wählen, wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre.

Die Partei hat im Sommer einen Richtungswechsel vollzogen: Die Mitglieder entschieden sich für die rechte Politikerin Frauke Petry an der Spitze der Partei und wählten Parteigründer Bernd Lucke, der sich zu Flüchtlingsfragen differenziert geäußert hatte, ab. Nun überschreitet die Partei zum ersten Mal seit dem Bruch die Fünf-Prozent-Hürde.

Bei den anderen Parteien gibt es im Ergebnis keine Veränderungen. So bleibt die Union im Stern-RTL-Wahltrend bei 40 Prozent. Allerdings gibt es laut Forsa innerhalb der Unionswählerschaft Verschiebungen: So habe die CDU in den ostdeutschen Ländern seit August 6 Prozentpunkte verloren. Im gleichen Zeitraum habe die CSU in Bayern 4 Prozentpunkte verloren. Insgesamt verlor die Union aber nur 2 Punkte, was auf stabile CDU-Werte in Westdeutschland zurückzuführen sei.

Ostdeutschland gilt als Hochburg der AfD; in Sachsen, Thüringen und Brandenburg ist die Partei im Landtag vertreten. Mit Blick auf die Verluste der CSU kommt Forsa zu dem Urteil, die Kritik des bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer an Bundeskanzlerin Angela Merkel schade in erster Linie der CSU. Allerdings sinke damit der Wert der Union in Gesamtdeutschland.

Die – zur Vorwoche unveränderten – Werte der anderen Parteien: Die SPD steht bei 24, Grüne und Linke bei 10 und die FDP bei 5 Prozent.

In der Kanzlerfrage steigt der Beliebtheitswert von Sigmar Gabriel von 13 auf 14 Prozent. Angela Merkel bleibt bei 49 Prozent. In der Vorwoche hatte sie drei Punkte eingebüßt.

Quelle: n-tv.de

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