Mittwoch, 07. Oktober 2009
Möglicher Außenminister fällt durch: Mehrheit gegen Westerwelle
Dass der FDP-Chef Außenminister werden soll, stößt bei einer Mehrheit der Bevölkerung auf Ablehnung - selbst in seiner eigenen Partei. Die meisten möchten Westerwelle lieber in einem anderen Ressort sehen. Zudem muss der designierte Vizekanzler auch im Netz gegen sein schlechtes Image kämpfen.
Imageprobleme: Westerwelle wird wohl bald Außenminister - auch wenn es viele Deutsche noch ablehnen.
(Foto: dpa)
FDP-Chef Guido Westerwelle stößt trotz seines historisch überragenden Ergebnisses bei der Bundestagswahl in großen Teilen der Bevölkerung offenbar auf große Vorbehalte. So lehnt eine Mehrheit der Deutschen Westerwelle als Außenminister ab, wie eine Umfrage des Forsa-Instituts ergab.
Nur 28 Prozent der Befragten wünschen sich den FDP-Vorsitzenden als Bundesaußenminister, berichtet das Magazin "Stern". 46 Prozent sind der Meinung, er solle besser ein anderes Ressort übernehmen, zum Beispiel das Wirtschafts- oder das Bildungsministerium. Bei den Anhängern der FDP zeigt sich dieser Wunsch sogar noch deutlicher: Mehr als die Hälfte (53 Prozent) sähe ihn lieber in einem anderen Ministerium.
Die FDP hat allerdings schon deutlich gemacht, dass Westerwelle auf jeden Fall das Außenministerium als Vizekanzler übernehmen wird. "Gesetzt sind Angela Merkel als Bundeskanzlerin und Bundesaußenminister Guido Westerwelle als Vizekanzler", hatte Parteivize Andreas Pinkwart zu Beginn der Koalitionsverhandlungen mit der Union gesagt.
Spott im Internet
Doch ausgerechnet bei einem seiner ersten Auftritte vor internationaler Presse machte der Außenminister in spe keine gute Figur. Auf einer Pressekonferenz lehnte es Westerwelle ab, die englische Frage eines BBC-Reporters auch auf Englisch zu beantworten. Man sei auf einer deutschen Pressekonferenz in Deutschland, erklärte der FDP-Chef dem Reporter, deshalb müsse auch die Frage auf Deutsch gestellt werden.
Seitdem sieht sich Westerwelle wachsendem Hohn und Spott im Internet ausgesetzt. Beim Videoportal Youtube sind neben dem Auftritt auf der Pressekonferenz auch andere Westerwelle-Videos in den vergangenen Tagen der Renner. Hunderttausende haben sich etwa einen etwas holprigen Vortrag Westerwelles auf Englisch von 2006 angeschaut. Und ein Satiremagazin dichtete im Januar ein Spott-Lied auf den mit aller Wahrscheinlichkeit nächsten deutschen Außenminister. Auch die Klickraten des Westerwelle-Liedes stiegen in den vergangenen Tagen weiter.
Der FDP-Chef hat aber auch allen Grund zur Hoffnung, dass sich seine Beliebtheitswerte bald ändern werden. Denn die deutschen Außenminister gehören qua Amt zu den beliebtesten Politikern des Landes.
tis
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