Politik
"Europas gefährlichster Staatschef"
"Europas gefährlichster Staatschef"(Foto: dpa)

Britisches Magazin attackiert Kanzlerin: "Merkel terminiert Wachstum"

Die britische Presse ist für ihre knallenden Überschriften und gewagten Thesen bekannt. Das Polit-Magazin "New Statesman" stellt nun aber vieles in den Schatten, was die Inselbewohner bisher zu lesen bekamen. Von der Hollywood-Killermaschine bis zum realen Massenmörder Adolf Hitler – das Blatt schreckt vor keinem Vergleich zurück.

Nicht nur der "New Statesmen" bedient sich bei Hollywood.
Nicht nur der "New Statesmen" bedient sich bei Hollywood.(Foto: Economist, April 2010)

Das Titelbild der neuesten Ausgabe des britischen Polit-Magazins "New Statesman" kommt martialisch daher: In schwarzer Lederjacke steht Kanzlerin Angela Merkel vor einem apokalyptischen Stadtpanorama. Ihre linke Gesichtshälfte fehlt. Statt ihres Auges ist dort ein glühender Roter Punkt zu sehen, statt ihrer Wange Kabelstränge und Metallstrukturen. Merkel als Terminator. Die Überschrift: "Europas gefährlichster Staatschef". Merkels Kurs in der Euro-Krise macht sie wieder einmal zur Iren veräppeln die Kanzlerin

Die CDU-Politikerin "terminiere" Wachstum, heißt es in dem Artikel von Mehdi Hasan, dem Politikchef des Magazins. Doch allein bei dieser Kritik und der martialischen Aufmachung belässt es der Autor nicht. Er beschreibt Merkel auch als die gefährlichste deutsche Führungsfigur seit Adolf Hitler. Sie sei für die Weltordnung und den weltweiten Wohlstand gefährlicher als Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad, Israels Premierminister Benjamin Netanjahu und Nordkoreas Machthaber Kim Jong-Un.

"Ihre acht Vorgänger - von Konrad Adenauer bis Gerhard Schröder - saßen zu Hause einem Industrie-Wunder vor und der Wiederherstellung von Deutschlands Ansehen im Ausland. Unter Merkel dagegen sieht sich das Land erneut isoliert, gehasst und gefürchtet gleichermaßen", heißt es in dem Text weiter.

Merkels Lösungsweg für die Finanzkrise hat laut Hasan Europa und vielleicht sogar die ganze Welt an den Rand einer zweiten großen Depression gebracht. Er macht sie nicht für die Finanzkrise verantwortlich. Diese Last bürdet er den Banken auf. Doch Merkels "Defizit-Fetischismus" und ihre "Sparmaßnahmen-Obsession" verschlimmere die europaweite Wachstums- und Schuldenkrise.

Zumindest mit seinen Argumenten gegen Merkel steht Hasan keineswegs alleine da. Tatsächlich ist Deutschland mit seinem strikten Sparkurs derzeit isoliert wie lange nicht mehr. Frankreich, die USA – etliche enge Verbündete Berlins pochen auf ein Umlenken der Kanzlerin.

Mit seinen gewagten Hitler- und Hollywoodvergleichen allerdings dürfte sich Hasan selbst ins Abseits stellen - zumindest bei ernsthaften Lesern. Denn von einer Figur, die vorsätzlich Menschenleben auslöscht, kann bei Merkel beim Thema Eurokrise wohl kaum die Rede sein. Hasans gewagte Vergleiche dürften letztlich auch weniger das Ergebnis einer scharfsinnigen Analyse, sondern die Reaktion auf den Absturz der Auflage des Magazins von mehr als 90.000 auf heute rund 20.000 Exemplare sein.

Quelle: n-tv.de

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