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Nachrichtensperre nach Attentat: Mindestens 34 Menschen in Ankara getötet

In der türkischen Metropole Ankara verübt ein Selbstmordattentäter einen schweren Anschlag: Dutzende Menschen werden getötet und mindestens 125 verletzt, als ein Auto nahe einer Busstation explodiert. Bekannt hat sich bisher niemand zu der Tat.

Bei einem Autobombenanschlag im Zentrum der Hauptstadt Ankara sind am Abend mindestens 34 Menschen getötet worden. 125 Menschen seien verletzt worden, sagte Gesundheitsminister Mehmet Müezzinoglu nach einem Sicherheitsgipfel der Regierung

Die Regierung verhängte zunächst eine Nachrichtensperre über den Anschlag, die aber nur nicht offizielle Verlautbarungen betraf. Nachdem Bilder von Toten und Verletzten über die sozialen Medien geteilt worden waren, sperrten die Behörden Facebook und Twitter. Fest steht bisher, dass das Attentat mit einem mit Sprengstoff beladenen Fahrzeug verübt worden ist. Wie der staatliche Fernsehsender TRT berichtete, sei das Auto an einer Bushaltestelle detoniert. Bekannt hat sich bisher niemand.

Aus Sicherheitskreisen hieß es, man vermute, dass der Anschlag in Verbindung mit der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK oder einer Splittergruppe stehen könnte. Die prokurdische Partei HDP verurteilte den Anschlag in einer ersten Erklärung und sprach von "großem Schmerz", den man zusammen mit den Bürgern fühle.

Bild des Grauens am Explosionsort

Die Detonation ereignete sich in der Nähe des Güven-Parks am Atatürk-Boulevard im zentral gelegenen Viertel Kizilay im Zentrum Ankaras. Dort befindet sich auch ein Knotenpunkt des öffentlichen Nahverkehrs. Auf Twitter verbreitete Fotos zeigten mehrere am Boden liegende Körper rund um einen ausgebrannten Bus sowie eine zerstörte Bushaltestelle. Laut CNN Türk wurden die Verletzten auf zehn Krankenhäuser in der Stadt verteilt.

Am belebten Kizilay-Platz gibt es zahlreiche Geschäfte. Er liegt außerdem nicht weit vom Botschaftsviertel der türkischen Hauptstadt entfernt. Aus Sorge vor einem zweiten Anschlag evakuierten Polizisten den Bereich großräumig.

Erst am Freitag hatte die US-Botschaft vor einem drohenden Attentat in einem Viertel in der Nähe von Kizilay gewarnt und US-Bürger dazu aufgerufen, die Gegend zu meiden. Derweil berichtete die Zeitung "Hürriyet", dass Präsident Recep Tayyip Erdoğan seinen Aufenthalt in Istanbul abbrechen und nach Ankara zurückkehren werde.

Die Türkei im Visier von Terroristen

Zuletzt hatte ein Selbstmordattentäter einer militanten kurdischen Gruppe vor einem Monat in Ankara 29 Menschen mit in den Tod gerissen. Er hatte sich am 17. Februar in einem Auto neben Bussen mit Armeeangehörigen in die Luft gesprengt. Zu der Tat bekannte sich die aus der PKK hervorgegangene Splittergruppe Freiheitsfalken Kurdistans (TAK).

Am 12. Januar hatte sich in Istanbul ein Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt, zwölf deutsche Touristen kamen ums Leben. Diese Tat wurde der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zugeschrieben.

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Quelle: n-tv.de

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