Politik
Die FDP ist im freien Fall, gemessen an Mitgliederzahl und Zustimmung.
Die FDP ist im freien Fall, gemessen an Mitgliederzahl und Zustimmung.(Foto: picture alliance / dpa)

Parteien verlieren an Ansehen: Mitglieder rennen davon

FDP, Linke, CDU und SPD sind, gemessen am Mitgliederschwund, die Verlierer des Jahres 2011. Vor allem die Liberalen verzeichnen mit einem Rückgang um 7,5 Prozent den stärksten Einbruch seit 15 Jahren. Auch die Linke kommt auf ein Minus von über fünf Prozent. Der Mitgliederschwund bei den Großen bleibt konstant. Lediglich die Grünen gewinnen im Jahr des Atomausstiegs kräftig an Attraktivität.

Der von Personalquerelen und FDP fällt auf 2 Prozent geplagten FDP sind im zu Ende gehenden Jahr massiv die Mitglieder davongelaufen. Ihre Zahl sank um mehr als 5000 auf 63.416, berichtet die "Frankfurter Rundschau". Mit einem Minus von rund 7,5 Prozent erlebe die FDP den stärksten Einbruch seit 15 Jahren.

Die Bundesvorsitzenden Roth und Özdemir auf dem Grünen-Parteitag Ende November in Kiel.
Die Bundesvorsitzenden Roth und Özdemir auf dem Grünen-Parteitag Ende November in Kiel.(Foto: picture alliance / dpa)

Gleichzeitig verbuchten die Grünen dem Bericht zufolge einen neuen Rekordwert: Sie wuchsen um rund 6000 Anhänger (plus 11,3 Prozent) auf 58.959 Mitglieder. Stichtag war jeweils der 20. Dezember.

Der Berliner Politikwissenschaftler Oskar Niedermayer sagte der Zeitung, in beiden Fällen handele es sich um sehr deutliche Ausschläge. "Die sind am oberen Rand dessen, was man normalerweise sieht." Während die FDP die Quittung für ihre magere Regierungsbilanz erhalte, hätten die Grünen offenbar stark von der Berichterstattung über die Atomkatastrophe von Fukushima profitiert.

Auch CDU und SPD verlieren

Klingt banal, ist aber nicht jedem klar.
Klingt banal, ist aber nicht jedem klar.(Foto: picture-alliance/ dpa)

Bei den Volksparteien hält der Schrumpfungsprozess dem Bericht zufolge weiter an. CDU und SPD zählen demnach erstmals weniger als eine halbe Million Mitglieder. Während die CDU vom Jahresanfang bis Ende Oktober rund 2,3 Prozent ihrer Mitglieder verlor und nun bei 493.846 liegt, konnte die SPD den Minustrend etwas verlangsamen und hat mit einem Minus von 1,7 Prozent jetzt noch 493.664 Mitglieder. "Bei der CDU schlagen sich die Turbulenzen der Regierung nieder", sagte Niedermayer: "Die SPD hat sich wieder gefangen. Das sieht man auch in den Umfragen."

Ungebremst ist der personelle Abwärtstrend bei der Linkspartei. Sie verlor knapp 4000 Anhänger (minus 5,2 Prozent) und zählt nun noch 69.800 Parteimitglieder.

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Quelle: n-tv.de

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