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Militärparade in Pjöngjang - das Regime hatte am Sonntag wieder eine Rakete abgeschossen.
Militärparade in Pjöngjang - das Regime hatte am Sonntag wieder eine Rakete abgeschossen.(Foto: REUTERS)

Erklärung des UN-Sicherheitsrats: Moskau lässt Verurteilung Nordkoreas zu

Im UN-Sicherheitsrat scheitert der erste Anlauf, Nordkoreas jüngsten Raketentest zu verurteilen. Russland besteht auf eine bestimmte Formulierung. Nun kommt die Erklärung durch. Das Regime von Kim Jong-un muss sich auf Konsequenzen einstellen.

Der UN-Sicherheitsrat hat den jüngsten Raketentest Nordkoreas scharf verurteilt. Das Gremium drohte der Führung in Pjöngjang in dem einstimmigen Beschluss neue Sanktionen an. Während die Beschlussfassung am Mittwoch noch an russischen Einwänden gescheitert war, wurde der Beschluss nun von den 15 Mitgliedern des Gremiums einstimmig gefasst.

Das Verhalten der nordkoreanischen Führung sei "destabilisierend", heißt es darin. Durch die "illegalen Aktivitäten" Nordkoreas beim Test von Raketen und Atomwaffen würden "die Spannungen in der Region und darüber hinaus erheblich verstärkt".

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Der russische UN-Botschafter Petr Iljitschew sagte, er habe den Beschluss des Sicherheitsrats "nicht blockiert". Russland habe lediglich darauf bestanden, dass in dem Beschluss "die vereinbarte Sprache" angeschlagen werden müsse. Dazu gehört für die Regierung in Moskau, dass eine Lösung "im Dialog" gefunden werden müsse. Iljitschew warf der US-Delegation bei der UNO vor, sie habe den Beschluss "abrupt" durch den Sicherheitsrat bringen wollen.

Nordkorea hatte am Sonntagmorgen eine Rakete abgeschossen. Nach Angaben der USA und Südkoreas explodierte die Rakete aber unmittelbar nach dem Start. Seit 2006 hat Nordkorea nach eigenen Angaben fünf Atomwaffentests vorgenommen, davon zwei im vergangenen Jahr. Zugleich arbeitet die Führung in Pjöngjang an der Entwicklung von Langstreckenraketen, mit denen atomare Sprengköpfe bis in die USA getragen werden könnten.

Guterres: Weitere Aufrüstung verhindern

UN-Generalsekretär Antonio Guterres rief dazu auf, alles zu tun, um sicherzustellen, dass Nordkoreas Raketen- und Atomprogramm "keine Bedrohung für die internationale Gemeinschaft wird". Insbesondere die Länder "an der Frontlinie", also China, die USA, Japan, Südkorea und Russland, dürften keine Mühen scheuen, um eine weitere Aufrüstung Nordkoreas zu verhindern, sagte Guterres.

Die USA hatten den Ton im Konflikt um das umstrittene nordkoreanische Atomprogramm zuletzt verschärft. US-Präsident Donald Trump drohte mit einem Alleingang und kündigte die Entsendung mehrerer Kriegsschiffe zur Koreanischen Halbinsel an.

US-Vizepräsident Mike Pence sagte am Mittwoch bei einem Besuch in Japan, Washington werde "jeden Angriff und jeden Einsatz konventioneller oder atomarer Waffen mit einer überwältigenden und effektiven Reaktion" beantworten. Er bezeichnete Nordkorea als "die gefährlichste Bedrohung" für den Frieden in der Region.

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Quelle: n-tv.de

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