Politik

"Ich weiß nicht, ob ich dich liebe": Moskau lehnt "NATO 2020" ab

Russlands NATO-Botschafter Rogosin lässt kein gutes Blatt an den Brüsseler Vorschlägen für eine neue Strategie des Nordatlantischen Bündnisses. Irgendwie traue der Westen Russland noch nicht. Dies sei keine gute Basis für eine gemeinsame Verteidigungspolitik.

Rogosin traut dem Frieden nicht.
Rogosin traut dem Frieden nicht.(Foto: picture-alliance/ dpa)

Russland hält den Entwurf der NATO für ein neues strategisches Konzept für zweideutig und zeigt wenig Interesse am gemeinsamen Aufbau eines Raketenschilds. "Die NATO müsste in ihrem strategischen Konzept klar festhalten, dass sie Russland nicht länger als Gegner betrachtet und keine Aktionen gegen unsere nationalen Interessen startet", sagte NATO-Botschafter Dmitri Rogosin der "Financial Times Deutschland". Das Konzept der Expertengruppe unter Führung der früheren US-Außenministerin Madeleine Albright sei Ausdruck der gespaltenen Haltung der Bündnisstaaten zu Russland.

"Die NATO ist wie ein junger Mann, der seine Freundin fragt: 'Willst du mich heiraten?' und dann hinzufügt: 'Ich weiß aber nicht, ob ich dich liebe', spottete Rogosin über den Entwurf. Dort heißt es: Obwohl die Allianz weder eine militärische Bedrohung für Russland darstellt noch Russland als militärische Bedrohung bezeichnet, bestehen auf beiden Seiten Zweifel über Absichten und politische Linien des anderen. Später aber fordern die Autoren das Bündnis zur umfangreichen Kooperation mit Russland auf insbesondere beim Entwickeln eines Raketenabwehrsystems unter US-Ägide.

Rogosin sind die Angebote des Westens für einen gemeinsamen Schutzschild nach eigenen Angaben zu unkonkret: "Die USA weigern sich, uns präzise Vorschläge zu machen. Von Teilhabe ist noch gar nicht die Rede."

Den parallelen Abzug russischer und amerikanischer Atomwaffen aus Europa schloss der russische Diplomat aus. "Zuerst müssen die Amerikaner ihre taktischen Nuklearwaffen heimholen. Erst danach werden wir über eine Reduzierung bei uns nachdenken." Russland habe bereits alle Kernwaffen jenseits der eigenen Grenzen abgebaut.

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Quelle: n-tv.de

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