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Wo sonst Sportlern aus aller Welt zugejubelt wird, beziehen nun 180 Flüchtlinge ihr Quartier.
Wo sonst Sportlern aus aller Welt zugejubelt wird, beziehen nun 180 Flüchtlinge ihr Quartier.(Foto: dpa)

Länder fordern mehr Unterstützung: München öffnet VIP-Loge für Flüchtlinge

Das Münchener Olympiastadion entriegelt seinen VIP-Bereich für Flüchtlinge. Der Bereich, der sonst für einflussreiche Sportfans reserviert ist, bietet Platz für 180 Menschen. Der Bund soll mehr Geld für Unterkünfte bereitstellen, fordern die Länder.

Angesichts der angespannten Lage bei der Aufnahme von Flüchtlingen dient in München auch der VIP-Bereich des Olympiastadions vorübergehend als Unterkunft. In der Nacht von Donnerstag auf Freitag seien die ersten 40 Menschen dort untergebracht worden, sagte ein Sprecher der Regierung von Oberbayern. Insgesamt gebe es Platz für 180 Flüchtlinge in dem Bereich.

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In München ist durch den anhaltend starken Zustrom von Flüchtlingen die Erstaufnahmeeinrichtung in der Bayernkaserne für Neuankömmlinge geschlossen. Die Stadt München stellte laut dem Sprecher der Regierung Oberbayern deshalb zur Entlastung den VIP-Bereich des Olympiastadions als Unterkunft zur Verfügung. Wie lange dort Flüchtlinge untergebracht werden sollen, ist demnach noch unklar.

Bund soll sich stärker beteiligen

Die Länder fordern für die Betreuung einer steigenden Zahl von Flüchtlingen mehr Geld vom Bund. Er müsse sich stärker an den Kosten von über einer Milliarde Euro beteiligen, die die Länder und Kommunen für die Unterbringung und Versorgung ausgeben müssten, verlangte der brandenburgische Regierungschef und Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz, Dietmar Woidke, nach einem Treffen mit seinen Kollegen.

"Ich gehe davon aus, dass spätestens zur nächsten Ministerpräsidentenkonferenz und dem Treffen mit der Bundeskanzlerin am 11. Dezember diesen Jahres konkrete Vorschläge der Bundesregierung auf dem Tisch liegen werden", betonte der SPD-Politiker. Die Bundesregierung lud die Staatskanzleichefs der Länder für nächsten Donnerstag zu einem Flüchtlingsgipfel ein.

Die Ministerpräsidenten forderten den Bund auch auf, die Asylverfahren zu beschleunigen und das Personal im Bundesamt für Flüchtlinge und Migration aufzustocken. Der Rückstau von 120.000 Asylanträgen müsse abgebaut werden, da die Bearbeitungszeit zusätzliche Kosten verursache, sagte Woidke.

Das Bundesamt sei seit Jahren unterbesetzt. Die Bundesregierung solle zudem die Kosten für diejenigen Flüchtlinge vollständig übernehmen, die sich nach dem Asylantrag länger als drei Monate in Deutschland aufhielten. Das würde die Länder deutlich entlasten. Europaweit müsse sich die Bundesregierung für eine fairere Verteilung der Flüchtlinge einsetzen.

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Quelle: n-tv.de

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