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Im August 2015 brennt in Nauen eine Sporthalle, die eine Flüchtlingsunterkunft werden sollte. Steckt Maik Schneider hinter dem Anschlag?
Im August 2015 brennt in Nauen eine Sporthalle, die eine Flüchtlingsunterkunft werden sollte. Steckt Maik Schneider hinter dem Anschlag?(Foto: picture alliance / dpa)

Auch Flüchtlingsheim angezündet?: NPD-Mann wegen Brandanschlag in U-Haft

In Nauen wird ein NPD-Politiker festgenommen, weil er das Auto eines Polen in Brand gesteckt haben soll. Nun prüfen die Ermittler, ob der 29-Jährige auch für den Anschlag auf ein geplantes Flüchtlingsheim verantwortlich ist.

Ein NPD-Politiker aus Brandenburg ist wegen eines Brandanschlags festgenommen worden. Der Anschlag hatte einen fremdenfeindlichen Hintergrund. Der NPD-Politiker soll das Auto eines polnischen Staatsbürgers angezündet haben.

Wie Polizei und Staatsanwaltschaft mitteilten, vollstreckten Ermittler im Zuge von sechs Hausdurchsuchungen Haftbefehle gegen einen 29-jährigen Mann und eine 22 Jahre alte Frau. Nach dpa-Informationen handelt es sich bei dem Mann um den NPD-Stadtverordneten Maik Schneider aus Nauen bei Berlin. Dies hatten zuvor auch die "Potsdamer Neuesten Nachrichten" berichtet.

Demzufolge ereignete sich der Brandanschlag im Mai vergangenen Jahres auf einem Parkplatz vor einem Mehrfamilienhaus in Nauen. Die Spurensicherung ergab, dass das Feuer mit Brandbeschleuniger gelegt worden war. Die Ermittler prüfen nun, ob es Verknüpfungen zu anderen rechtsextremistischen Straftaten in der Stadt gibt. Unter anderem hatte im August 2015 eine geplante Flüchtlingsunterkunft in Nauen gebrannt.

Ein weiterer Tatverdächtiger ist noch flüchtig

Bei den Wohnungsdurchsuchungen wurden unter anderem Laptops, Handys, Datenträger, Videokameras und schriftliche Unterlagen beschlagnahmt. "Weiterhin stellten die Fahnder mehrere Tonträger mit rechtsextremistischem Liedgut sicher", sagte ein Polizeisprecher. Ein weiterer 28 Jahre alter Tatverdächtiger wurde bei den Durchsuchungen nicht angetroffen. Auch er wird per Haftbefehl gesucht.

Nauen im Havelland gilt als Hochburg der rechten Szene von Brandenburg. Die Linke-Landtagsabegeordnete Andrea Johlige sagte der "Welt": Die Festnahme Maik Schneiders sei ein harter Schlag für die Nazi-Szene im Havelland.

Quelle: n-tv.de

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