Politik

Falscher Tweet sorgt für Aufsehen: Nachrichtenagentur meldet Obama-Attentat

Die Nachrichtenagentur AP meldet Explosionen im Weißen Haus. US-Präsident Obama sei verletzt worden. Wenige Minuten später wird klar: Es ist nur Fake. Die über das Twitter-Konto von AP verbreitete Meldung stammt von Hackern. Dennoch stürzt die Börse ab.

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Eine gefälschte Twitter-Nachricht über Explosionen im Weißen Haus ist binnen weniger Minuten um die Welt gegangen. Die Meldung wurde offenbar von Hackern auf dem Twitter-Account der amerikanisch en Nachrichtenagentur Associated Press (AP) platziert und sorgt e selbst an den Börsen für einen Schock. Amerikanische Aktien verloren kurzzeitig 136,5 Milliarden Euro an Wert. Dem Tweet zufolge sollte US-Präsident Barack Obama bei dem Anschlag verletzt worden. Er ging an 1,9 Millionen Follower.

AP reagierte sofort und erklärte per Twitter, dass die Meldung gefälscht sei. Danach deaktivierte sie das Benutzerkonto vorerst. Auch das Weiße Haus reagierte innerhalb weniger Minuten und stellte klar, dass die Meldung falsch sei. Dem Präsidenten gehe es gut, sagte Präsidentensprecher Jay Carney.

Die Falschmeldung sorgte dennoch für Verwirrung auf dem Aktienmarkt. Neben dem unglaublichen Verlust von 136,5 Milliarden drückte sie auch den US-Leitindex Dow Jones Industrial kurzzeitig in die Verlustzone. Zwischen 19.08 und 19.10 Uhr deutscher Zeit fiel der Index von etwa 14.700 Punkten bis auf 14.554 Punkte, erholte sich aber danach. "Völliger Blödsinn, aber die Märkte sind sensibel und reagieren in Windeseile auf sowas", sagte einer der Händler zu der Entwicklung. Viele seiner Kollegen verkauften ihre Anteile blitzschnell.

Hacker knacken Nutzerkonten für Propaganda

Es sei das erste Mal, dass das AP-Twitterkonto gehackt worden sei, sagte AP-Sprecherin Erin White. "Wir haben sofort eine Nachricht an unsere Kunden und unsere Abonnenten geschickt, aber wir haben noch nicht wieder Zugang zu unserem Twitterkonto", sagte sie. AP ist nach eigenen Angaben die größte Nachrichtenagentur der Welt. Medien, Institutionen und Unternehmen verlassen sich auf die Korrektheit der Informationen, die sie über die Agenturen erreichen.

Hacker kapern immer wieder die Twitter-Konten von Medienunternehmen, um darüber Falschmeldungen oder Propaganda zu verbreiten. Im Februar bekannten sich Anhänger des syrischen Machthabers Baschar al-Assad dazu, die Twitter-Präsenz der französischen Nachrichtenagentur AFP geknackt zu haben. Am Samstag waren auch die Twitterkonten der bekannten US-Fernsehnachrichtensendungen "60 Minutes" und "48 Hours" ins Visier von Hackern geraten. Und erst am Montag machte sich eine syrische Gruppe an den Accounts des Fußball-Weltverbandes Fifa zu schaffen. Dort verkündeten sie den angeblichen Rücktritt von dessen Chef Sepp Blatter.

Quelle: n-tv.de

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