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Die Suchoi Su-34 ist ein russischer Jagdbomber, ob Flugzeuge dieses Typs an dem Ausflug zur Ostsee beteiligt waren, ist aber unklar.
Die Suchoi Su-34 ist ein russischer Jagdbomber, ob Flugzeuge dieses Typs an dem Ausflug zur Ostsee beteiligt waren, ist aber unklar.(Foto: dpa)

Zwischenfall über der Ostsee: Nato-Jets fangen russische Flugzeuge ab

Russland zeigt wieder seine militärischen Muskeln. Zwölf russische Kampfflugzeuge werden über der Ostsee gesichtet, Nato-Jets steigen auf. Die Sorge im Baltikum wächst.

Kampfjets der Nato sind über dem Baltikum aufgestiegen, um auf zwölf russische Militärflugzeuge über der Ostsee zu reagieren. Nahe der lettischen Grenze seien in internationalem Luftraum vier Transportmaschinen, vier Abfangjäger und vier Jagdbomber identifiziert worden, teilten die lettischen Streitkräfte über Twitter mit.

Zuvor waren am Dienstag bereits ein Schiff und drei Transportflugzeuge der russischen Armee geortet worden. Seit Beginn der Ukraine-Krise wurden an den Grenzen der baltischen Staaten vermehrt russische Militärflugzeuge und Kriegsschiffe gesichtet. Im Zuge des Konflikts erhält auch die lettische Freiwilligenarmee weiter Zulauf.

Das Interesse an der Zemessardze (Landwehr) habe nicht nachgelassen, sagte Befehlshaber Leonids Kalnins im Radio. Bis Ende Juni hätten sich 750 Menschen für den freiwilligen Dienst an der Waffe gemeldet - so viele wie im gesamten Jahr zuvor. Als Teil der regulären lettischen Armee zählt die Freiwilligenarmee derzeit etwa 8000 Mitglieder, die in ihrer Freizeit an der Waffe ausgebildet werden. Die Einheiten können im Kriegsfall oder für Hilfsaufgaben mobilisiert werden.

Gemeinsame Flottenmanöver

Mehrere osteuropäische Staaten sind seit Russlands Annexion der Krim im Frühjahr vergangenen Jahres zusehends beunruhigt über das Vorgehen Moskaus. Dazu trägt auch die Ausweitung der russischen Militärpräsenz in der Ostsee sowie im Luftraum an ihren Grenzen bei. Die Baltenstaaten beantragten im April die dauerhafte Stationierung tausender Nato-Soldaten.

Die westlichen Ostsee-Anrainerstaaten und Norwegen vereinbarten im Juni, angesichts der Spannungen mit Russland militärisch enger zusammenarbeiten. Ein Auslöser waren die knappen Ressourcen der Seestreitkräfte. Hinzu kommt die veränderte Sicherheitslage. Zunächst wollten die Marinen ihre Übungsplanung auf See miteinander abgleichen. Ohnehin geplante Manöver sollten zeitlich zusammengelegt werden, um in Zeiten schrumpfender Flotten mit einer größeren Menge an Booten und Schiffen auch komplexere Szenarien durchspielen zu können. Die baltischen Staaten wollen außerdem Offiziere zur Ausbildung nach Deutschland schicken.

Quelle: n-tv.de

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