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Russische Truppen in der Ukraine?: Nato und Russland führen Bilder-Krieg

Russland leugnet und dementiert konsequent die Anwesenheit eigener Truppen im Osten der Ukraine. Die Nato legt nun jedoch Bildmaterial vor, das genau dies beweisen soll. Ein Bilderstreit entbrennt.

Die Nato wirft Russland eine "beachtliche Eskalation" des militärischen Einsatzes in der Ukraine vor. Zugleich veröffentlicht das Bündnis im militärischen Hauptquartier im belgischen Mons Satellitenbilder, die diese Einschätzung belegen sollen.

"Die Bilder liefern zusätzliche Beweise dafür, dass russische Soldaten, die mit hochmodernen Waffen ausgerüstet sind, innerhalb des souveränen Territoriums der Ukraine operieren", sagte der niederländische Brigadegeneral Nico Tak. Man habe festgestellt, dass "große Mengen hochmoderner Waffen einschließlich Luftabwehrsystemen, Panzern und gepanzerten Fahrzeugen den Separatisten in der Ostukraine übergeben wurden", sagte Tak.

Russlands Armee habe nicht nur 20.000 besonders schlagkräftige Soldaten an der Grenze zur Ukraine stationiert, sondern versuche ganz offensichtlich, "eine Niederlage der Separatisten zu verhindern", sagte Tak weiter. Die Truppen hätten "eine zweite Front für die ukrainischen Kräfte" eröffnet. "Das ist ein sehr effektives Mittel, den Druck von den Separatisten zu nehmen." Auch die US-Regierung bezichtigte Moskau, allem Anschein nach eine Gegenoffensive der Aufständischen in der Ostukraine zu "lenken".

Auch der ukrainische Präsident Petro Poroschenko hatte zuvor ähnliche Vorwürfe erhoben. Der russische Parlamentspräsident Sergej Naryschkin wies diese zurück, Moskau engagiere sich militärisch im Nachbarland. "Eine solche, Entschuldigung, Lüge muss man nicht glauben. Das ist eine Provokation", sagte Naryschkin zufolge in Moskau. Igor Konaschenkow vom russischen Verteidigungsministerium sprach von einer "Ente".

Die Satellitenbilder, die eine russische Militäroffensive beweisen sollen, stammten von einem Manöver, sagte der Generalmajor. "Über einen von uns nicht kontrollierten Grenzabschnitt sind Kolonnen schwerer Technik gekommen sowie eine Menge Waffen und reguläre russische Soldaten", sagte der prowestliche Staatschef bei einer Sitzung in Kiew.

Der ukrainischen EU-Botschafter Konstiantyn Jelisiejew verlangte wegen der "unverhohlenen russischen Invasion" ein Ende der Brüsseler Politik der "Beschwichtigung" gegenüber dem "Aggressor" und Militärhilfe für Kiew. Auch die EU-Außenminister kommen am Freitag in Mailand zu zweitägigen Beratungen zusammen, bei denen es zuerst um den Ukraine-Konflikt gehen soll.

Einen Bilderstreit der etwas humorvolleren Art lieferten sich die kanadische Nato-Gesandschaft und ihre russischen Kollegen bei dem westlichen Militärbündnis. Die Kanadier veröffentlichten auf Twitter eine Karte, die Russland "Nachhilfe in Geographie" geben sollte - darauf zu sehen ist ein Landkartenausschnitt, der die Ukraine und Russland zeigt. Russland ist korrekt mit "Russia" bezeichnet, während die Ukraine schlicht mit "Not Russia" betitelt wird.

Die Russen wussten allerdings schon bald zu kontern. Sie veröffentlichten ebenfalls einen Landkartenausschnitt der Region. Russland und die Ukraine werden wie üblich bezeichnet, doch ein entscheidendes Detail ist anders. Die Krim gehört in der russischen Karte klar zu Russland - während auf der Karte der Kanadier die Halbinsel noch zum ukrainischen Territorium gezählt wurde.

Quelle: n-tv.de

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