Politik
Die bis dato letzte "Wahlalternative" in Deutschland richtete sich ebenfalls gegen eine Volkspartei - und fusionierte schließlich mit der PDS.
Die bis dato letzte "Wahlalternative" in Deutschland richtete sich ebenfalls gegen eine Volkspartei - und fusionierte schließlich mit der PDS.(Foto: picture-alliance/ dpa/dpaweb)
Donnerstag, 04. Oktober 2012

"Wahlalternative 2013": Neue Plattform für Frustrierte

Hier kommt der Autor hin

Konservative CDU-Mitglieder erklären ihrer Partei offen den Kampf: Eine Gruppe von vier Euro-Gegnern gründet die "Wahlalternative 2013". Ihr Ziel ist es nicht, eine neue Partei zu bilden. Sie machen Werbung für eine bereits bestehende Gruppierung. Mit dabei: ein alter Bekannter.

Aus Protest gegen die Euro-Rettungspolitik der Bundesregierung haben vier mehr oder weniger prominente CDU-Mitglieder zur Bundestagswahl im kommenden Jahr die Bewegung "Wahlalternative 2013" ins Leben gerufen. "Ich kann den Weg der CDU-Bundesspitze nicht mehr mittragen", sagte Gerd Robanus der "Welt". Robanus ist Bundesvorstandsmitglied der CDU-Mittelstandsvereinigung MIT. "Momentan ruhen alle meine Aktivitäten in der CDU", sagte er.

Bei der "Wahlalternative" handelt es sich nach eigenen Angaben auf der Homepage nicht um eine politische Partei. Es sei auch keine Parteigründung geplant. Angestrebt werde die Kooperation mit einer Partei, "die unsere Ansichten teilt". Im Kern ist die "Wahlalternative" vor allem ein Aufruf, nicht CDU oder CSU, sondern die Freien Wähler zu wählen.

Henkel ist auch dabei

Mit den Freien Wählern gebe es "große Gemeinsamkeiten", heißt es auf der Webseite der "Wahlalternative". Den Aufruf unterzeichnet haben neben Robanus der Journalist Konrad Adam, der Publizist Alexander Gauland und der Hochschullehrer und Ökonom Bernd Lucke. Lucke sagte der "Welt", er sei nach 33 Jahren aus Enttäuschung über die Euro-Politik aus der CDU ausgetreten. Auf der Liste der Unterstützer findet sich auch der frühere BDI-Chef Hans-Olaf Henkel, der bereits seit einiger Zeit Werbung für die Freien Wähler macht.

Gauland sagte der "Welt", für die er auch publizistisch tätig ist: "Ich sehe in der CDU nicht die Möglichkeit, das Thema voranzubringen, um das es geht, nämlich die Geldrettung und nicht die Euro-Rettung." Keine der etablierten Parteien stelle die Euro-Rettungspolitik in Frage, die "mindestens eine sehr große Minderheit, wenn nicht die Mehrheit" der Bevölkerung für falsch halte.

Gauland, in den 1980er Jahren Staatssekretär in Hesen, kritisiert den Kurs der CDU und Bundeskanzlerin Angela Merkel bereits seit Jahren. Auch beim konservativen "Berliner Kreis", einem Zusammenschluss von unzufriedenen CDU-Politikern und Mitgliedern, ist er dabei. Der "Berliner Kreis" allerdings machte Schlagzeilen vor allem mit seiner Unfähigkeit, ein Grundsatzpapier zu veröffentlichen.

Quelle: n-tv.de

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