Politik

Lehren aus Fukushima: Neuer Risikoplan für Atomunfälle

Die Nutzung der Atomenergie birgt - Fukushima ist ein tragisches Beispiel - große Risiken. Die Bundesumweltministerin fordert mehr Sicherheit hierzulande. Experten raten, die Sicherheitszonen um Atomkraftwerke zu erweitern.

Kazaguruma-Demo anlässlich des 3. Jahrestags der Reaktorkatastrophe in Fukushima. Kazaguruma ist Japanisch für Windrad.
Kazaguruma-Demo anlässlich des 3. Jahrestags der Reaktorkatastrophe in Fukushima. Kazaguruma ist Japanisch für Windrad.(Foto: imago/Jens Jeske)

Zum dritten Jahrestag der Atomkatastrophe von Fukushima fordert Bundesumweltministerin Barbara Hendricks mehr Sicherheit auch in deutschen Atomkraftwerken. Diese zu gewährleisten, sei "eine sehr anspruchsvolle Aufgabe", sagte die SPD-Politikerin der "Rheinischen Post". Deshalb müsse die Sicherheitstechnik in den Anlagen auch während der verbleibenden Betriebsdauer konsequent weiterentwickelt werden.

Unter Berufung auf Ministeriumskreise berichtet das Blatt, man strebe eine bundesweite Vereinheitlichung des Katastrophenschutzes für Vorfälle in Kernkraftwerken an. Grundlage dafür seien die Empfehlungen der Strahlenschutzkommission. Angestrebt werde auch eine Vereinheitlichung der Katastrophenpläne in der EU.

Nach Angaben der "Süddeutschen Zeitung" empfiehlt die Kommission unter anderem, dass im Fall eines schweren Atomunfalls Anwohner in einem Umkreis von fünf Kilometern um das Kraftwerk binnen sechs Stunden in Sicherheit gebracht werden. Bislang habe diese "Zentralzone" nur zwei Kilometer umfasst. Die daran anschließende "Mittelzone" werde von 10 auf 20 Kilometer vergrößert. Für sie soll demnach eine 24-Stunden-Frist gelten.

Papier geht an Länder-Innenminister

Das Bundesumweltministerium will die Empfehlungen der Strahlenkommission nun an die Innenminister der Länder weiterleiten. Sie müssen die Regeln verabschieden, eine Zustimmung gilt als wahrscheinlich. Erst kürzlich hatte auch eine Katastrophenschutzkommission des Bundesinnenministeriums mehr Vorsorge gegen Atomunfälle eingefordert. Als wesentliche Erfahrung aus Fukushima sei festzuhalten, "dass die bisher für die Planung der Evakuierung angenommenen Radien nicht geeignet erscheinen", hieß es in der entsprechenden Erklärung.

Am 11. März 2011 hatten ein Erdbeben und eine Flutwelle zu dem Atomunfall im japanischen Fukushima geführt. Wasserstoff-Explosionen zerrissen die Außenhüllen von drei Reaktorblöcken.

Quelle: n-tv.de

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