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Für die Praxis ungeeignet: Neuer Wasserwerfer hält Eiern nicht stand

Knapp eine Million Euro kostet der "WaWe 10", 78 Exemplare haben Bund und Länder bestellt - und müssen feststellen: Der Wasserwerfer ist Angriffen von Demonstranten nicht gewachsen. Im Praxistest gibt es Schäden - durch Eier, Tennisbälle und kleine Plastikflaschen.

Peinliche Geschichte für die Thüringer Polizei: Wie der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) berichtet, ist ein neuer Hightech-Wasserwerfer bei einer Einsatzübung komplett durchgefallen. Der vom Bund bezahlte "WaWe 10" sollte in einem Praxistest realitätsnahen Bedingungen ausgesetzt werden - und machte bereits bei leichten Wurfgeschossen schlapp.

Laut Landespolizeidirektion wollten sich mehrere Polizeiführer von den Vorzügen des 33 Tonnen schweren Gefährts überzeugen und mussten mit ansehen, wie drei faustgroße Schäden an der Panzerverglasung aus Polycarbonat entstanden. Hervorgerufen wurden sie nicht etwa durch Pflastersteine, sondern es flogen "neben Eiern auch Tennisbälle und halb gefüllte PET-Flaschen (0,5l)".

Der "WaWe 10" soll bei größeren Demonstrationen oder im Umfeld von Fußballspielen eingesetzt werden. Dabei kommt es gelegentlich vor, dass die Polizeikräfte mit Gegenständen beworfen werden. Darunter sind mitunter auch schwerere Wurfgeschosse zu befürchten als im Test. Der "WaWe 10" ist für die Praxis also reichlich ungeeignet.

Laut MDR sieht die Landespolizeidirektion jedoch kein Problem. Die Einsatzbereitschaft des "WaWe 10" sei durch die Schäden nicht beeinträchtigt. Bei den seit Anschaffung in Herbst 2013 drei absolvierte Einsätzen gab es keine Probleme - auch, weil dabei keine Steine flogen. Ein Sachverständiger soll im Juli allerdings entscheiden, ob die Frontscheibe ausgetauscht werden muss.

Zudem muss sich das Bundesinnenministerium jetzt mit dem Fall beschäftigen. Das Thüringer Innenressort schickte eine Schadensmeldung, denn der Bund hatte das schwere Gerät mit 10.000 Liter Fassungsvermögen beschafft. Der österreichische Hersteller Rosenbauer wurde von Berlin aus bereits um eine Stellungnahme gebeten. Aus gutem Grund: Der "Wa We 10" kostet pro Stück 900.000 Euro. Die Bundesregierung hatte insgesamt 78 Exemplare für die Bundespolizei und die Länderkollegen geordert.

Quelle: n-tv.de

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