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Flüchtlinge an der ungarischen Grenze bei Zákány, nachdem sie von kroatischen Behörden nach Ungarn weitergeleitet wurden.
Flüchtlinge an der ungarischen Grenze bei Zákány, nachdem sie von kroatischen Behörden nach Ungarn weitergeleitet wurden.(Foto: dpa)

60 Millionen Menschen auf der Flucht: Nie seit 1945 gab es mehr Flüchtlinge

Weltweit haben Millionen Menschen aus Not ihre Heimat verlassen. Und noch immer leben eine Milliarde Menschen in Krisengebieten. Zudem steigt die Zahl der Klimakatastrophen - und zwingt ebenfalls Menschen zur Migration.

Mit fast 60 Millionen Menschen gibt es derzeit weltweit so viele Flüchtlinge wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr. Dies geht aus dem UNFPA-Weltbevölkerungsbericht vor, dessen deutsche Fassung die Stiftung Weltbevölkerung gemeinsam mit dem UN-Bevölkerungsfonds (UNFPA) in Berlin vorstellte. Dem Bericht zufolge erreichte außerdem die Zahl der Menschen, die 2014 auf humanitäre Hilfe angewiesen waren, mit mehr als hundert Millionen einen neuen Höchststand. Die Zahl der Binnenvertriebenen habe sich außerdem seit 2010 verdoppelt.

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Von den 59,5 Millionen Flüchtlingen weltweit waren dem Bericht zufolge etwa ein Viertel Frauen zwischen 15 und 49 Jahren. Diese seien besonders oft Gefahren wie sexueller Gewalt, ungewollter Schwangerschaft und Menschenhandel ausgesetzt, hieß es in dem Bericht. Die Autoren forderten daher einen leichteren Zugang zu Verhütungsmitteln und Aids-Medikamenten sowie eine bessere Betreuung von Schwangeren. Mehr als die Hälfte der neuen Flüchtlinge stammte laut dem Bericht aus Syrien, Afghanistan, Sudan und Somalia. Durchschnittlich würden Geflohene ihre Heimat für 20 Jahre verlassen.

Der Rekord-Flüchtlingszahl stand vergangenes Jahr eine Rekord-Finanzierungslücke von 7,5 Milliarden Dollar (rund sieben Milliarden Euro) gegenüber. Eigentlich wurden 19,5 Milliarden Dollar benötigt. "Millionen Menschen in Not erhalten somit keine oder nur unzureichende Hilfe", erklärte die Geschäftsführerin der Stiftung Weltbevölkerung, Renate Bähr. Sie appellierte an die Bundesregierung, die Mittel für humanitäre Hilfe zu erhöhen und sich international für eine bessere Finanzierung zu engagieren.

Wie der Bericht weiter feststellte, leben derzeit rund eine Milliarde Menschen in Konfliktgebieten, was etwa 14 Prozent der Weltbevölkerung entspricht. Verglichen mit dem Zeitraum von 1994 bis 2000 habe sich die Zahl der klimabedingten Naturkatastrophen seit der Jahrtausendwende zudem mit durchschnittlich 341 jährlich um 44 Prozent erhöht, hieß es in dem Bericht.

Quelle: n-tv.de

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