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USA außerhalb der Raketenreichweite: Nordkorea genehmigt Atomschlag

Nordkorea stachelt den Konflikt mit den USA und dem Süden weiter an: Ein Sprecher des Generalstabs der nordkoreanischen Volksarmee erklärt, das Militär habe offiziell grünes Licht für einen Angriff gegen die USA gegeben und damit auch für den Einsatz von Atomwaffen. Der Krieg könne "heute oder morgen" ausbrechen. Die USA nehmen die Drohung ernst und planen bereits Gegenmaßnahmen.

Nach der jüngsten Drohung aus Nordkorea hat Washington Pjöngjang aufgefordert, seine Kriegsrhetorik einzustellen. Die jüngste "in einer langen Reihe von provokativen Erklärungen dient nur dazu, Nordkorea weiter vom Rest der internationalen Gemeinschaft zu isolieren und sein Ziel der wirtschaftlichen Entwicklung zu unterminieren", erklärte die Sprecherin des Nationalen Sicherheitsrats, Caitlin Hayden, in Washington. "Nordkorea sollte seine provokativen Drohungen einstellen und sich stattdessen auf die Einhaltung seiner internationalen Verpflichtungen konzentrieren."

Nordkoreanische Propaganda: Die Menschen werden auf einen siegreichen Krieg gegen die USA und Südkorea eingeschworen.
Nordkoreanische Propaganda: Die Menschen werden auf einen siegreichen Krieg gegen die USA und Südkorea eingeschworen.(Foto: REUTERS)

Zuvor hatte der Generalstab der nordkoreanischen Volksarmee über die amtliche Nachrichtenagentur KCNA mitteilen lassen, ein Atomangriff auf die USA sei endgültig genehmigt worden. In einer Erklärung heißt es, "der gnadenlose Einsatz unserer revolutionären Streitkräfte ist endgültig untersucht und genehmigt worden". Die Regierung in Washington werde formal darüber informiert, dass dies eine Reaktion auf Drohungen aus den USA sei.

"Der Zeitpunkt der Explosion rückt schnell näher", so das nordkoreanische Militär. Der Krieg könne "heute oder morgen" ausbrechen. Nach Ansicht von Experten verfügt Nordkorea nicht über die technischen Mittel, das US-Festland mit Langstreckenraketen anzugreifen. Wahrscheinlich liegen aber die US-Truppen in Südkorea oder Militärstützpunkte in Japan in Reichweite der nordkoreanischen Mittelstreckenraketen. Ferner kann das Land mit seinen Raketen Ziele in ganz Südkorea erreichen. Mehrere Regierungskreise machten Bewegungen von Mittelstrecken-Raketeneinheiten an der Ostküste Nordkoreas aus.

USA nehmen Drohungen ernst

Wie gefährlich Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un wirklich ist, lässt sich schwer sagen.
Wie gefährlich Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un wirklich ist, lässt sich schwer sagen.(Foto: dpa)

US-Verteidigungsminister Chuck Hagel sagte, die Drohungen würden ernst genommen. Von Nordkorea gehe eine "reale und klare Gefahr" aus. "Sie haben jetzt nukleare Fähigkeiten, sie haben Fähigkeiten zum Raketenabschuss." Um das eigene Territorium künftig besser zu schützen, soll auf der Insel Guam im Pazifik ein Raketenabwehrsystem stationiert werden. Tarnkappenbomber und Kriegsschiffe befinden sich bereits in der Region.

Nordkorea hatte bereits vor einem Monat mit einem Präventivschlag gegen die USA gedroht. Vergangene Woche ordnete die Armee an, die Raketen für einen Angriff auf die USA in Bereitschaft zu versetzen. Wenig später erklärte Pjöngjang, es befinde sich mit Südkorea im "Kriegszustand".

Industriekomplex weiterhin blockiert

Zuletzt hatte das Regime in Pjöngjang Pendlern aus Südkorea den Zugang zur gemeinsamen Sonderwirtschaftszone Kaesong untersagt und damit die letzte Verbindung zum Süden gekappt. Die Einreise südkoreanischer Arbeiter wurde auch am zweiten Tag in Folge von Nordkorea blockiert. Nach Angaben des südkoreanischen Vereinigungsministeriums in Seoul waren am Donnerstag 526 Arbeiter und 421 Fahrzeuge betroffen. Üblicherweise überqueren die südkoreanischen Arbeiter um  08.30 Uhr Ortszeit (01.30 Uhr MESZ) die Grenze.

Wie lange die  Sperre dauern soll, ist noch unklar. Berichte, wonach alle Arbeiter bis zum 10. April den Industriekomplex Kaesong verlassen haben sollen, wurden vom südkoreanischen Vereinigungsministerium dementiert. Offenbar handelte es sich um ein Missverständnis.

Der Industriekomplex liegt in Nordkorea etwa zehn Kilometer von  der Grenze zu Südkorea entfernt. Er wurde 2004 als Projekt der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit der beiden Staaten gegründet. Der Komplex bietet dem kommunistischen Staat Nordkorea eine  Möglichkeit, an Devisen zu kommen.

Quelle: n-tv.de

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