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Angeblich Satellit "Kwangmyong" ins All gebracht: Nordkorea startet Langstreckenrakete

Nordkorea schießt nach eigenen Angaben einen Satelliten ins All. Ob er tatsächlich eine Erdumlaufbahn erreicht hat, ist unklar. Japan bestätigt, dass die Rakete die Insel Okinawa überflogen habe.

Einen Monat nach seinem Atomtest hat Nordkorea eine Langstreckenrakete abgeschossen. Der Start verlief laut einem Bericht des Staatsfernsehens erfolgreich. Die Rakete habe den "Erdbeobachtungssatelliten Kwangmyong 4 erfolgreich in die Umlaufbahn gebracht", verkündete eine Nachrichtensprecherin. Machthaber Kim Jong Un erteilte demnach persönlich den Befehl zum Abschuss. Nordkorea habe das Recht, das Weltall "friedlich und unabhängig" zu nutzen, sagte die Sprecherin. Der Raketenstart sei aber auch ein "Durchbruch bei der Steigerung der nationalen Verteidigungsfähigkeiten".

Nach Angaben aus Südkorea wurde die Rakete gegen 09.00 Uhr (Ortszeit, 01.30 Uhr MEZ) vom Stützpunkt Dongchang-ri abgefeuert. Es gab zunächst keine unabhängige Bestätigung dafür, dass die letzte Stufe der Trägerrakete tatsächlich die Erdumlaufbahn erreichte. Ein Vertreter der US-Armee sagte, dass die Trägerrakete "anscheinend" das Weltall erreicht habe. Die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap hatte zuvor berichtet, dass die zweite Raketenstufe offenbar nicht funktioniert habe. Später meldete Yonhap dann, die Rakete habe offenbar ein Objekt auf eine Erdumlaufbahn gebracht.

Der japanische Sender NHK erklärte, die Rakete sei offenbar über die südliche japanische Insel Okinawa in Richtung des Pazifischen Ozeans geflogen. Die Regierung in Pjöngjang hatte den geplanten Start der Rakete, die angeblich einen Satelliten ins All befördern soll, schon vor einigen Tagen angekündigt, den genauen Zeitpunkt aber offen gelassen.

USA kündigen "ernste Konsequenzen" an

Der Raketentest wurde weltweit scharf verurteilt. Die Vereinten Nationen beriefen umgehend eine Sondersitzung des Sicherheitsrats in New York ein. Die USA bezeichneten den Start als "destabilisierend, provokativ und flagrante Verletzung" zahlreicher UN-Resolutionen.

Nordkorea behauptet, dass sein Raumfahrtprogramm rein wissenschaftlicher Natur sei. Die Staatengemeinschaft betrachtet den Raketenstart dagegen als Test einer ballistischen Rakete und damit als Verstoß gegen Resolutionen des UN-Sicherheitsrats. Es besteht die Befürchtung, dass Nordkorea ein solches Geschoss mit einem atomaren Sprengkopf bestücken könnte und damit in der Lage wäre, neben Südkorea und Japan möglicherweise auch die Westküste der USA anzugreifen.

Am 6. Januar hatte Nordkorea die Zündung einer Wasserstoffbombe verkündet und damit weltweit Empörung hervorgerufen. Der vierte Atomwaffentest Nordkoreas seit dem Jahr 2006 war vom UN-Sicherheitsrat scharf verurteilt worden. Atomexperten und die US-Regierung bezweifelten allerdings, dass es sich tatsächlich um eine Wasserstoffbombe handelte. Die Explosion sei dafür nicht stark genug gewesen.

Quelle: n-tv.de

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