Politik
Die neue norwegische Regierung tritt ihr Amt Mitte Oktober an.
Die neue norwegische Regierung tritt ihr Amt Mitte Oktober an.(Foto: Reuters)

Vernichtung der Chemiewaffen in Skandinavien?: Norwegen soll Syrien helfen

Nach dem Willen der USA und Russlands soll auch Norwegen an der Entsorgung syrischer Chemiewaffen beteiligt werden. Das Land verfügt über eine günstige Lage und große Mengen Wasser. Bis Mitte November muss sich die neue norwegische Mitte-Rechts-Regierung entscheiden, ob sie sich beteiligt.

Norwegen soll nach einem Medienbericht eine größere Rolle bei der Vernichtung der syrischen Chemiewaffen spielen. Wie der Rundfunksender NRK berichtete, hätten die USA und Russland das Land am Rande des UN-Gipfels in New York gebeten, bei der Zerstörung der Waffen zu helfen. Aufgrund der politischen Stabilität Norwegens, seiner günstigen geografischen Lage und der vorhandenen Wassermengen, die zur Vernichtung der Gase benötigt würden, gelte das Land als geeignet.

Eine Sprecherin des Außenministeriums in Oslo sagte, Norwegen sei grundsätzlich bereit, bei der Umsetzung der UN-Resolution 2118 zur Zerstörung der syrischen Chemiewaffen zu helfen. Verschiedene Möglichkeiten würden geprüft, für konkretere Angaben sei es noch zu früh, sagte die Sprecherin.

Laut NRK hat Norwegen bis Mitte November Zeit, um auf das Ersuchen aus Washington und Moskau zu antworten. Die Entscheidung liegt bei der neuen Mitte-Rechts-Regierung, die am 14. Oktober ihr Amt antreten soll. Norwegen verfügt laut NRK nicht über die nötigen Gerätschaften für die Zerstörung der C-Waffen, doch könnten die USA mobile Ausrüstung zur Verfügung stellen. Einige Gase und Chemikalien seien allerdings so gefährlich, dass sie in Syrien selbst zerstört werden müssten. Auch Waffen mit Sprengköpfen müssten vor Ort vernichtet werden.

Vernichtung der Waffen bis Mitte 2014

Video

In Syrien setzte das Chemiewaffen-Expertenteam unterdessen seine Arbeit fort. Das aus Inspekteuren der Organisation für das Verbot Chemischer Waffen (OPCW) und UN-Mitarbeitern bestehende Team hatte Mitte der Woche damit begonnen, die Bestände des syrischen C-Waffen-Arsenals zu erfassen. Der Bestand wird auf tausend Tonnen geschätzt, verteilt auf landesweit 45 Standorte.

Mit der in der vergangenen Woche verabschiedeten UN-Resolution 2118 soll die Vernichtung der Waffen bis Mitte 2014 durchgesetzt werden. Sie erwähnt die Möglichkeit von Strafmaßnahmen, sollte Damaskus nicht kooperieren. Allerdings gibt es dafür auf Druck Russlands keinen Automatismus.

Kämpfe in Syrien halten an

Der Bürgerkrieg treibt derweil die Benzinpreise in dem arabischen Land weiter in die Höhe. Wie aus dem Binnenhandelsministerium in Damaskus verlautete, verteuert sich der Liter um 25 Prozent auf 100 Syrische Pfund (umgerechnet etwa 50 Euro-Cent). Benzin ist in Syrien stark subventioniert, doch die Preise wurden seit Beginn des Konflikts im Jahr 2011 bereits mehrfach erhöht.

Landesweit gingen die Kämpfe weiter. Die oppositionelle Beobachtungsstelle für Menschenrechte äußerte sich besorgt über die Lage in Al-Mitras südöstlich der Stadt Tartus. In dem Dorf habe es Kämpfe zwischen Rebellen und regimenahen Milizen sowie heftigen Beschuss gegeben. Die Milizionäre versuchten, das Dorf zu stürmen, hieß es. Acht Menschen seien getötet und viele weitere verletzt worden. Die Aktivisten äußerten die Befürchtung, es könne zu einem Massaker an der sunnitisch-turkmenischen Bevölkerung kommen.

Der Syrienkonflikt hat bereits mehr als 100.000 Menschen das Leben gekostet. Die meisten Oppositionellen sind sunnitischen Glaubens; Präsident Baschar al-Assad gehört den schiitischen Alawiten an.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen