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Jede Militäraktion wäre begrenzt in Zeit und Umfang: Barack Obama.
Jede Militäraktion wäre begrenzt in Zeit und Umfang: Barack Obama.(Foto: REUTERS)

"Kein neues Irak": Obama stimmt Landsleute auf Kurzkrieg ein

US-Präsident Obama hält weiter Kurs auf einen Militärschlag gegen Syrien. In seiner wöchentlichen Rundfunkansprache erklärt er seine Angriffspläne. Der Militärschlag sei keine "Option mit offenem Ende", so Obama. Es würde weder ein neues Irak oder Afghanistan werden.

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US-Präsident Barack Obama hat bei seinen Landsleuten für einen begrenzten Militärschlag gegen Syrien geworben und gleichzeitig die Details der Angriffspläne erläutert. Ziel sei vor allem, das Chemiewaffenpotenzial von Syriens Präsident Baschar al-Assad zu zerschlagen, erklärte Obama in seiner wöchentlichen Rundfunkansprache.

Mit dem mutmaßlichen Chemiewaffenangriff gegen die eigene Bevölkerung im August habe das Regime in Damaskus "nicht nur die menschliche Würde direkt angegriffen". "Es ist auch eine ernsthafte Bedrohung für unsere nationale Sicherheit", betonte Obama, da derartige Waffen auch in die Hände terroristischer Gruppen fallen könnten, die den USA schaden wollten.

Die EU hat sich indes auf eine gemeinsame Haltung zum Syrien-Konflikt verständigt und eine "klare und starke" Antwort auf den Einsatz von Chemiewaffen gefordert. Dieser könne "in keiner Weise von der internationalen Gemeinschaft toleriert werden", sagte Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) in Vilnius. Er kündigte an, dass Deutschland sich nun doch einer auf dem G-20-Gipfel verabschiedeten Syrien-Erklärung anschließt.

"Wir können uns nicht blind stellen"

Der Militärschlag sei keine "Option mit offenem Ende", sagte Obama weiter. "Es würde weder ein neues Irak oder Afghanistan werden", versuchte er, Bedenken gegen ein mögliches langfristiges militärisches Engagement der USA zu zerstreuen. "Jede Militäraktion wäre begrenzt in Zeit und Umfang", unterstrich der US-Präsident. Es würden auch keine US-Soldaten "mitten in einem Krieg anderer Leute" zu einem Bodeneinsatz kommen.

"Wir sind die Vereinigten Staaten von Amerika. Wir können uns angesichts der Bilder, die wir aus Syrien sehen, nicht blind stellen", begründete Obama den angestrebten Militärschlag. Gleichzeitig forderte er den Kongress auf, seinen Plänen zuzustimmen, um sich "für eine Welt einzusetzen, in der wir leben möchten, eine Welt, die wir unseren Kindern und künftigen Generationen hinterlassen möchten". Der US-Kongress entscheidet in der kommenden Woche über den möglichen begrenzten Angriff gegen Syrien.

Eine militärische Intervention in Syrien stößt bei vielen Senatoren und Abgeordneten auf Ablehnung. Laut einer Umfrage der "Washington Post" lehnen 224 der 433 Mitglieder des Repräsentantenhauses einen Einsatz ab, 184 sind unentschlossen, während bisher nur 25 einen Militärschlag eindeutig befürworten. Während der Senat wahrscheinlich schon kommende Woche abstimmt, wird das Repräsentantenhaus laut dem republikanischen Mehrheitsführer Eric Cantor innerhalb der nächsten zwei Wochen dazu eine Entscheidung fassen.

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Quelle: n-tv.de

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