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Marihuanaverkauf in den USA.
Marihuanaverkauf in den USA.(Foto: REUTERS)

"Sinnlose Repression": Ökonomen wollen Kiffen erlauben

Wirtschaftswissenschaftler meinen, dass es nicht länger verboten sein sollte, Cannabis zu besitzen. Sie sprechen von einer "weltfremden" Politik. Die Kontrolle über den Konsum funktioniere anders besser.

Gleich drei bekannte deutsche Ökonomen fordern in der "Wirtschaftswoche" die Legalisierung der Droge Cannabis. Das Magazin zitiert Justus Haucap, Professor für Wettbewerbsökonomie aus Düsseldorf, Michael Hüther, Direktor des Instituts der Deutschen Wirtschaft in Köln und den Wirtschaftsweisen Lars Feld, Leiter des Walter Eucken Instituts in Freiburg.

"Die Prohibition in Deutschland ist komplett gescheitert", sagte Haucap. Es sei für ihn schwierig, Argumente zu finden, die gegen die Liberalisierung von Cannabis sprechen. "Es ist weltfremd zu glauben, dass Verbote den Drogengebrauch verhindern. Das funktioniert so einfach nicht." Aufklärung sei effektiver als "sinnlose Repression".

Die Kontrolle über die Droge könne der Staat besser ausüben, wenn diese auf einem legalen Markt gehandelt würde, statt auf dem Schwarzmarkt. Dann könnte die Qualität festgeschrieben und der Verkauf kontrolliert werden, so Haucap.

Hüther rechnet mit Mehrwert- und Einkommensteuereinnahmen in Höhe von bis zu 3,5 Milliarden Euro jährlich, sollte die Droge erlaubt werden. Gleichzeitig könnte in der Kriminalitätsbekämpfung gespart werden. "Aus Sicht von Regulierung und Fiskalpolitik lassen sich eher Gründe anführen, die für eine Legalisierung von Cannabis sprechen."

Feld rechnet damit, dass die Legalisierung den Schwarzmarkt eindämmen und so zu einer weitgehenden Entkriminalisierung führen würde. Der Schritt sei "längst überfällig".

Quelle: n-tv.de

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