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Umstritten: Merkels Flüchtlingspolitik und ihr Satz "Wir schaffen das".
Umstritten: Merkels Flüchtlingspolitik und ihr Satz "Wir schaffen das".(Foto: picture alliance / dpa)

"Wir schaffen das": Ostdeutsche glauben nicht an Merkel-Satz

Schaffen wir das? Eine Umfrage zeigt, wie unterschiedlich die Deutschen die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung bewerten. Die größte Zustimmung zu ihrem "Wir schaffen das" erhält Kanzlerin Angela Merkel unter Grünen-Anhängern.

Es vergeht kaum ein Tag, an dem die Kanzlerin den Satz nicht wiederholt oder verteidigt. "Wir schaffen das", Ende August hat Angela Merkel das zum ersten Mal gesagt. Viele Bundesbürger zweifeln jedoch an der Flüchtlingspolitik der Bundesregierung, das gilt vor allem für Menschen aus den neuen Bundesländern.

Laut einer Infratest-Dimap-Umfrage für den MDR glauben 61 Prozent der Ostdeutschen nicht, dass Deutschland die Flüchtlingskrise bewältigen kann. Nur 36 Prozent vertrauen auf die Aussage der Kanzlerin. In West-Deutschland sind die Menschen zuversichtlicher. 53 Prozent glauben Merkels "Wir schaffen das", 44 Prozent nicht. In der Bundesrepublik ergibt sich insgesamt ein ausgeglichenes Bild. 49 Prozent sind der Ansicht, dass Deutschland es schafft, 48 Prozent glauben nicht daran.

Ein interessantes Bild gibt sich bei der Parteizugehörigkeit. 74 Prozent der Grünen-Anhänger glauben an Merkels Aussage. Im Lager der FDP kommt die Kanzlerin auf 68 Prozent, bei den Linken auf 65 Prozent. Geringer ist die Zustimmung in den Koalitionsparteien. 58 Prozent der Unions-Anhänger glaubt an das "Wir schaffen das" und 55 Prozent der SPD-Anhänger. Bei der AfD kommt Merkel nur auf vier Prozent.

Merkel vor Seehofer

Bei der Frage nach der Zufriedenheit mit der Flüchtlingspolitik ergibt sich ein anderes Bild. Unter Unions- und Grünen-Anhängern sind jeweils 41 Prozent zufrieden. Bei der SPD beurteilen 34 Prozent die Asylpolitik positiv, bei der FDP sind es 23 Prozent, bei den Linken 17 Prozent und bei AfD-Anhängern null Prozent.

Die Deutschen stehen in der Flüchtlingskrise stärker hinter der Kanzlerin als hinter jedem anderen Politiker. 40 Prozent sind mit Merkels Arbeit in der Flüchtlingskrise zufrieden. CSU-Chef Horst Seehofer kommt auf 34 und SPD-Vizekanzler Sigmar Gabriel auf 32 Prozent. Kanzleramtschef Peter Altmaier, der seit Kurzem für die Koordination der Flüchtlinge zuständig ist, erhält nur 26 Prozent Zustimmung.

Relativ einig sind sich die Deutschen bei der Bewertung der Maßnahmen der Flüchtlingspolitik. 77 Prozent der Befragten sind für eine Verstärkung der Grenzkontrollen. 75 Prozent hält die Umstellung von Geld- auf Sachleistungen für Asylbewerber für richtig. 67 Prozent befürworten mehr Geld für die bessere Integration von Flüchtlingen. Die Einrichtung von Transitzonen fordern 65 Prozent, eine deutliche Einschränkung des Asylrechts 50 Prozent.

Quelle: n-tv.de

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