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Etwa jeder sechste Teilnehmer von Pegida gilt als rechtsradikal.
Etwa jeder sechste Teilnehmer von Pegida gilt als rechtsradikal.(Foto: picture alliance / dpa)

Hört das Bündnis im Juni auf?: Pegida rückt weiter nach rechts

Seit Oktober 2014 gehen in Dresden Menschen für Pegida auf die Straße. Doch wer sind diese Menschen? Und wie hat sich die soziale Struktur der Bewegung verändert. Eine Studie liefert entlarvende Ergebnisse - derweil das Ende von Pegida eingeläutet scheint.

Dresdens "Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes" sind einer Studie zufolge seit ihrer Spaltung nach rechts gerückt. Von einer Radikalisierung könne aber keine Rede sein, sagte der Politologe Werner J. Patzelt von der TU Dresden, der die Ergebnisse der Nachfolgeuntersuchung heute vorstellen will.

"Pegida heute ist im Wesentlichen das, was Pegida schon im Januar gewesen ist." In der sozialen Zusammensetzung gebe es keine großen Veränderungen. Patzelt hatte im Februar eine erste Fallstudie zur Pegida vorgelegt. Kritiker hatten ihm daraufhin vorgeworfen, fremdenfeindliche Bestrebungen zu verharmlosen. In Dresden waren zu Hochzeiten mehr als 20.000 Menschen zu den wöchentlichen Demonstrationen der islamkritischen Bewegung gekommen. Zuletzt zählte die Polizei noch 3000 Teilnehmer.

"Pauschale Aussagen, es handele sich um Ausländerfeinde, Rassisten und Islamfeinde, treffen auch für den harten Kern von Pegida nicht zu, der jetzt noch übriggeblieben ist", sagte Patzelt. Gut die Hälfte der Demonstranten seien xenophobe Patrioten, "wobei Xenophobie nicht Ausländerhass ist, sondern einfach Sorge vor dem Fremden, Abwehr des Fremden".

Rund 30 Prozent seien "bedingt xenophil" und für den Islam offen, "aber unter der Bedingung, dass nicht zu viele Flüchtlinge ins Land kommen und der Islam friedlich bleibt". Bei 17 Prozent könne man von "rechtsradikalen Xenophoben" sprechen. "Das ist jener hässliche Pegidianer, den die Gegner von Pegida immer schon auf dem Schirm hatten: jung, rechtsradikal, zur Gewalt neigend und ganz klar gegen Ausländer und Muslime eingestellt."

Unterdessen planen die Organisatoren von Pegida offenbar, ihre montäglichen Demonstrationen zu stoppen. Das geht aus einem Strategiepapier hervor, das in dem rechtskonservativen Magazin "Sezession" veröffentlicht wurde. Demnach könnte Pegida am 1. Juni vorläufig das letzte Mal auf die Straße gehen.

Quelle: n-tv.de

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