Politik
Der liberal-konservative Lucke kämpft um die Zukunft der Partei nach seinen Vorstellungen.
Der liberal-konservative Lucke kämpft um die Zukunft der Partei nach seinen Vorstellungen.(Foto: dpa)
Samstag, 04. Juli 2015

Gespaltene AfD beginnt Parteitag: Petry-Anhänger buhen Lucke aus

In Essen beginnt der Parteitag der "Alternative für Deutschland" - kaum eine Partei ist derzeit so gespalten wie die AfD. Das wird bei der Eröffnungsrede deutlich: Als der Parteigründer auf die Bühne tritt, schlägt ihm Ablehnung entgegen.

Mit Pfeifkonzerten wie bei einem Fußballspiel hat der Bundesparteitag der Alternative für Deutschland (AfD) in Essen begonnen. Parteigründer Bernd Lucke wurde während seiner Begrüßungsansprache mehrfach durch laute Buh-Rufe der Anhänger seiner Rivalin Frauke Petry unterbrochen.

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Trotz großer Hitze fanden sich nach Angaben der Partei rund 3000 Mitglieder der Alternative für Deutschland in der Essener Grugahalle ein. Vor der Halle demonstrierten einige Dutzend Angehörige linker Gruppen gegen die AfD. Auf Spruchbändern forderten sie mehr Unterstützung für Flüchtlinge.

Die AfD-Mitglieder sollen auf dem zweitägigen Parteitag einen neuen Bundesvorstand wählen. In der AfD tobt seit einem halben Jahr ein erbitterter Machtkampf zwischen dem liberalen und dem rechten Flügel. Der liberal-konservative Flügel steht mehrheitlich hinter Lucke. Rechte und Nationalkonservative unterstützen die Co-Vorsitzende Petry.

Konrad Adam, der im alten Vorstand neben Lucke und Petry der Dritte im Bunde war, erntete von den Parteimitgliedern viel Applaus für den Satz: "Als rechts gilt heute, wer einer geregelten Arbeit nachgeht, seine Kinder pünktlich zur Schule schickt und der Ansicht ist, dass sich der Unterschied von Mann und Frau mit bloßem Auge erkennen lässt."

Petry bereit zur Zusammenarbeit

Kurz vor dem Parteitag hatte die bisherige Co-Vorsitzende Petry ihre Bereitschaft bekräftigt, die Partei in einer Doppelspitze mit Bernd Lucke zu führen. "Wenn der Parteitag uns beide in den Vorstand wählt, dann müssen wir zusammenarbeiten", sagte Petry.

Die Mitglieder würden auf dem Parteitag auch über das Selbstverständnis der Partei entscheiden, sagte Petry: "Ob man sich primär als Oppositionspartei versteht, in der man reifen oder sich politisch entwickeln muss. Oder ob man mit einer kleinen Anzahl von Getreuen wesentlich zum Mehrheitsbeschaffer einer großen Partei wird." Letzteres sei der Wille von Lucke, so Petry weiter. "Diese Meinung teile ich nicht, und ich glaube auch, dass die Mehrheit der AfD-Mitglieder sie nicht teilt."

Quelle: n-tv.de

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