Politik
Hat sie keine Lust auf die kritischen Fragen von Dunja Hayali?
Hat sie keine Lust auf die kritischen Fragen von Dunja Hayali?(Foto: imago/Xinhua)

Angeblicher Hackerangriff: Petry erscheint nicht zum Interview

Drei Mal binnen weniger Tage schlägt AfD-Chefin Petry ein Interview mit dem "Morgenmagazin" aus. Hat sie Angst vor scharfen Nachfragen? Oder will sie damit ihre Ablehnung gegenüber der Presse zeigen? Ihre Absagegründe sind jedenfalls mysteriös.

Man kann dem ZDF nicht unterstellen, der Sender sei nicht um einen Dialog mit Frauke Petry bemüht: Drei Mal innerhalb weniger Tagen lud das ZDF die AfD-Vorsitzende ein. Und drei Mal sagte sie ab.

Zum letzten fest vereinbarten Interview-Termin erschien die Vorsitzende erst gar nicht. Auf Nachfrage von "Spiegel Online" erklärte der Redaktionsleiter des "Morgenmagazins", Thomas Fuhrmann: Die Redaktion habe für Montagmorgen eigentlich eine eindeutige Zusage von Petry für kurz nach halb neun gehabt. Aber sie sei nicht gekommen. Erst nach der Sendung meldete sich schließlich ihr Pressesprecher und erklärte: Frau Petry habe den Termin schlichtweg vergessen. Die Einladung zu einem weiteren Gespräch für Dienstagmorgen sagte sie wegen "Terminschwierigkeiten" ab. Stattdessen sprang der Landesvorsitzende der AfD aus Sachsen-Anhalt, André Poggenburg, ein. Laut Fuhrmann ist es schon die dritte Absage Petrys. Bereits vor zwei Wochen sei sie in die Sendung eingeladen worden. Einen Tag vor dem vereinbarten Termin sagte sie ab.

Wegen der ganzen Absagen kursierten auf Twitter schon Gerüchte. Ob Petry etwa Angst vor der Moderatorin des "Morgenmagazins", Dunja Hayali, habe, wird dort etwa die Vermutung geäußert. Schließlich ist Hayali für ihre besonders scharfen Fragen bekannt.

Absage wegen technischem Problem

Schuld an dem jüngst versäumten Termin sei weder Angst vor Hayali noch eine generelle Ablehnung der Presse erklärte AfD-Sprecher Christian Lüth gegenüber dem Magazin. Schuld sei vielmehr ein technisches Problem: Die AfD sei seit Samstag Opfer eines Hackerangriffs. Da die AfD nicht auf ihre E-Mails zugreifen habe können, sei der Termin mit dem "Morgenmagazin" in der Pressestelle untergegangen und nicht an Frauke Petry weitergeleitet worden.

Tatsächlich ist auf der Internetseite der Partei folgende Warnung zu lesen: "Zur Zeit wird unsere Webseite durch eine 'Distributed Denial of Service (DDoS)' Attacke angegriffen." Allerdings: Streng genommen ist eine DDoD-Attacke keine Hackerattacke, sondern ein Überlastungsangriff, bei dem Server mit Tausenden gleichzeitigen Anfragen lahmgelegt werden. So eine Attacke müsse nicht durch Hacker herbeigeführt werden, so "Spiegel". Man könne sie auch bei kommerziellen Anbietern kaufen.

Lüth sagte, er habe die technischen Probleme erwähnt, als er am Montagmorgen mit dem ZDF telefonierte. Dem widerspricht das "Morgenmagazin". Wie Redaktionsleiter Fuhrmann sagte, habe der AfD-Sprecher weder den DDoS-Angriff noch technische Probleme beim E-Mail-Versand erwähnt.

Quelle: n-tv.de

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