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Bei den Piraten ist ganz langsam die Luft raus.
Bei den Piraten ist ganz langsam die Luft raus.(Foto: picture alliance / dpa)

Forsa-Sonntagsfrage: Piraten tauchen ab

Irgendwie, scheint der Bundesbürger zu denken, sind die Piraten nur noch mit Selbstfindung, seltsamen Geschichten und mittleren Skandälchen befasst. Und das ist schlecht an der Wahlurne. Laut der jüngsten Forsa-Sonntagsfrage fahren die politischen Freibeuter ihr schlechtestes Ergebnis des Jahres ein.

Langsam müssen sich die Piraten Gedanken machen. Ihr Höhenflug aus dem zweiten Quartal des Jahres ist vorbei. Lagen die politischen Newcomer von April bis Juni deutlich im zweistelligen Bereich, finden sie sich inzwischen bei mageren 6 Prozent wieder. Das ergibt die jüngste Forsa-Sonntagsfrage für "Stern" und RTL. Die Piraten verlieren damit im Vergleich zur Vorwoche 1 weiteren Prozentpunkt. Im Keller bleibt die FDP. Erneut würde es bei einer Bundestagswahl für die Liberalen unter Parteichef Philipp Rösler nicht für die 5-Prozent-Hürde reichen: Nur 4 Prozent der Wahlberechtigten unterstützen zurzeit den kleinen Koalitionspartner.

Kann sich mal was gönnen: Merkel.
Kann sich mal was gönnen: Merkel.(Foto: dapd)

Die Union liegt dagegen stabil bei 39 Prozent. Auch die SPD bleibt in dieser Woche unverändert bei 26 Prozent. Die Grünen erreichen erneut 13 Prozent. Leichten Aufwind verspüren die Linken: Die Anti-Hartz-IV-Partei erholt sich um 1 Punkt und liegt nun bei 8 Prozent. Schwarz-Gelb führt rein rechnerisch mit 4 Punkten vor Rot-Grün. Bliebe die FDP jedoch an der 5-Prozent-Hürde hängen, stünden die Zeichen auf Schwarz-Rot oder gar Rot-Rot-Grün.

Im Kanzlerduell bleibt es für Amtsinhaberin Angela Merkel einsam an der Spitze. Keiner der drei potenziellen SPD-Kandidaten kann ihr im Direktvergleich das Wasser reichen. Merkel liegt 24 Prozentpunkte vor Frank-Walter Steinmeier, 26 vor Peer Steinbrück und sogar 46 vor SPD-Chef Sigmar Gabriel. Etwas besser sieht es inzwischen für die SPD hinsichtlich der Frage nach der politischen Kompetenz aus. Die Sozialdemokraten erholen sich hier leicht: 11 Prozent der Befragten trauen der SPD zu, mit den Problemen Deutschlands am besten fertig zu werden - das ist 1 Punkt mehr als in der Vorwoche. Die Union gibt in dieser Frage 1 Punkt ab und liegt bei 28 Prozent.

Mehrheit für den Euro

Unterdessen schauen die Deutschen recht skeptisch auf die wirtschaftliche Entwicklung des Landes. 57 Prozent (+1) sind der Ansicht, dass sich die wirtschaftlichen Verhältnisse verschlechtern. 11 Prozent glauben an eine Verbesserung (-1). 29 Prozent sind der Meinung, alles werde unverändert bleiben.

Eng verbunden mit den wirtschaftlichen Erwartungen sind die Probleme in der Euro-Zone. Soll Deutschland die Hilfe für überschuldete Staaten einstellen, selbst, wenn dann der Euro scheitert? Dieser Meinung sind 38 Prozent der Bundesbürger. Die Mehrheit, nämlich 53 Prozent, lehnt solche Pläne ab und spricht sich damit klar für die Gemeinschaftswährung aus. Dafür, dass Deutschland alle Hilfen einstellen sollte, sprechen sich vergleichsweise häufig die Ostdeutschen, die Jüngeren und die Anhänger von FDP und Linkspartei aus.

Quelle: n-tv.de

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