Politik
Nordkoreas Armee ist seit 60 Jahren bereit für einen Schlag gegen den Süden.
Nordkoreas Armee ist seit 60 Jahren bereit für einen Schlag gegen den Süden.(Foto: picture alliance / dpa)

UN-Sanktionen gegen Nordkorea: Pjöngjang droht Seoul mit Krieg

Erst kündigt Nordkorea neue Raketen- und Atomtests an. Jetzt stellt das Regime "physische Maßnahmen" gegen seinen Nachbarn im Süden in Aussicht. Die Drohung an Seoul fällt in die Kategorie Säbelrasseln. Bei den Waffentests könnte das Land Ernst machen.

Sanktionen bedeuteten "Krieg und eine Kriegserklärung gegen uns". Mit diesen Worten warnt das Regime von Nordkorea seinen Nachbarn im Süden davor, sich den jüngsten UN-Sanktionen anzuschließen. Pjöngjang kündigte "physischen Gegenmaßnahmen" an.

Kim Jong Un setzt sich gern als Kriegsherr in Szene.
Kim Jong Un setzt sich gern als Kriegsherr in Szene.(Foto: picture alliance / dpa)

Die Gegenmaßnahmen würden sich gegen die "Verräter des südkoreanischen Marionettenregimes" und deren "feindliche Politik" gegen die Demokratische Volksrepublik Korea richten, hieß es in einer Mitteilung des Komitees für die friedliche Wiedervereinigung des Vaterlands, einer Organisation der herrschenden Arbeiterpartei.

Am Tag zuvor hatte Nordkorea schon seinem "Erzfreind" USA gedroht, als Reaktion auf die Sanktionen weitere Raketen- und Atomtests durchzuführen. Dass selbst der letzte nennenswerte Verbündete des Regimes, China, Pjöngjang zur Mäßigung aufrief, hielt das Regime nun offenbar nicht davon ab, weiter mit den Säbeln zu rasseln.

Gesperrte Konten und verbotene Reisen

Der UN-Sicherheitsrat hatte die neuen Sanktionen gegen Nordkorea am Dienstag wegen des Tests einer nordkoreanischen Langstreckenrakete im Dezember beschlossen. Während Pjöngjang beteuerte, es gehe dabei nur darum, einen Satelliten ins All zu befördern, befürchteten die Vereinigten Staaten, dass es sich um einen versteckten Test für den Abschuss konventioneller oder gar atomarer Sprengköpfe handelte.

Die USA hatten auf die Strafmaßnahmen hingearbeitet und waren von Japan und Südkorea unterstützt worden. Die Maßnahmen betreffen unter anderem die nordkoreanische Raumfahrtbehörde und wurden in Absprache mit der UN-Vetomacht China verhängt. Die Sanktionen sehen Kontensperrungen und Reiseverbote vor.

Dass Nordkorea den Süden mit Vergeltungsschlägen bestraft, gilt als unwahrscheinlich. Die beiden Staaten befinden sich seit einem Waffenstillstand im Jahr 1953 de Facto noch im Kriegszustand. Selbst massive Drohungen sind an der Tagesordnung. Ein weiterer Atomtest, es wäre nach 2006 und 2009 der Dritte, ist laut Experten aus Südkorea und den USA allerdings "höchstwahrscheinlich".

Bilderserie

Quelle: n-tv.de

Video-Empfehlungen
Empfehlungen