Politik
Witold Waszczykowski
Witold Waszczykowski(Foto: picture alliance / dpa)
Donnerstag, 12. Januar 2017

Pablo aus San Escobar?: Polens Außenminister erfindet ein Land

Die politische Landkarte der Karibik mit den zahlreichen kleinen Inselstaaten und abhängigen Gebieten ist unübersichtlich. Durcheinandergekommen ist nun Polens Außenminister, er erschafft mit einem Versprecher ein neues Land.

In dieser Woche ist Polens Außenminister Witold Waszczykowski in New York City, um dort dafür zu werben, dass sein Land von 2018 bis 2019 einen Sitz im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen bekommt. Laut seinen Berichten verliefen die Gespräche erfolgreich, er habe sich mit Vertretern von über 20 Staaten getroffen. Darunter seien Staaten in der Karibik gewesen, mit denen Polen noch nie diplomatisch in Kontakt gewesen sei. "Zum Beispiel mit Staaten wie Belize oder San Escobar", so Waszczykowski.

San Escobar? Zugegeben, die Staatenvielfalt der kleinen Antillen in der Ostkaribik ist groß und nicht jeder hat von Ländern wie Antigua, Saint Lucia oder Dominica schon einmal gehört. Doch San Escobar hatte zuvor wirklich nie jemand gehört. Und es handelt sich auch nicht um einen Durschnittsbürger mit durchschnittlichen Geographiekenntnissen, sondern um den Außenminister eines großen europäischen Staates.

Schaut Waszczykowski "Narcos"?

Eine Sprecherin des Außenministeriums sagte später, Waszczykowski habe sich versprochen und Saint Kitts und Nevis gemeint, das auf Spanisch San Crisóbal y Nieves heißt. Doch in den sozialen Medien war die Spott-Lawine schon in vollem Gang. Nachdem zunächst noch offen darüber spekuliert wurde, dass Waszczykowski vermutlich ein Fan der Netflix-Serie "Narcos" über den verstorbenen Drogenboss Pablo Escobar sein könnte, erlaubten sich andere User kreativere Ausführungen zum Thema.

Kurz tauchte ein Twitter-Account auf, der angibt, die "República Popular Democrática de San Escobar" ("Demokratische Volksrepublik San Escobar") zu vertreten. Der Account schmückt sich mit einer Staatsflagge, Karten, Bildern und Nachrichten aus dem fiktiven Land.

Ein anderer Nutzer erstellte ein Konto des vermeintlichen Außenministeriums San Escobars. Dort bedankt sich das fiktive Ministerium für die Unterstützung Polens. Gleichzeitig warnte der "Minister" aber, dass man wie Waszczykowski ebenfalls Google Translate nutzen würde. Das Google-Tool ist bekannt für sein oft nicht zutreffenden Übersetzungen.

 

Quelle: n-tv.de

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