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Weniger Burger - weniger Fett.
Weniger Burger - weniger Fett.(Foto: picture alliance / dpa)

Im Namen der Gesundheit: Politiker fordern Dickmacher-Steuer

Mexiko hat es vorgemacht und die Deutschen zeigen sich beeindruckt: Gesundheitspolitiker von CDU und SPD fordern jetzt ebenfalls eine Strafsteuer auf Chips, Fastfood und bestimmte Süßigkeiten. Damit wollen sie Deutschland vor der Fettleibigkeit bewahren.

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Weltweit werden die Menschen immer dicker: In den letzten Jahrzehnten ist die Zahl der Übergewichtigen dramatisch gestiegen - in Deutschland leiden 67 Prozent der Männer und 53 Prozent der Frauen an Übergewicht. Um diese Entwicklung zu stoppen, könnten Übergewichtige nach den Vorstellungen von Gesundheitspolitikern von SPD und CDU schon bald auf eine Art Zwangsdiät gesetzt werden.

Edgar Franke von der SPD vom Bundestags-Gesundheitssausschuss und CDU-Politiker Erwin Rüddel scheinen sich an Mexikos neuer Strafsteuer auf Fast Food orientieren zu wollen. Gegenüber der "Bild-Zeitung äußerten sie sich positiv über eine "Gesundheitssteuer", die auf Kalorienbomben erhoben werden solle. Ein Aufschlag bei der Mehrwertsteuer auf fett- und zuckerreiche Produkte wie Chips, Fastfood und bestimmte Süßigkeiten könnte "eine gesundheitspolitisch wünschenswerte Veränderung der Essgewohnheiten bewirken", zitierte die Zeitung Franke.

Zustimmung bekommt der SPD-Politiker von seinem CDU-Kollegen Rüddel: "Ein Risikoaufschlag auf extrem kalorienreiche Nahrungsmittel könnte helfen, das Ernährungsbewusstsein zu schärfen." Nach Franke sollte der halbe Mehrwertsteuersatz auf Produkte mit mehr als 275 Kalorien pro 100 Gramm aufgeschlagen werden, schreibt das Blatt weiter. Die Bemessungsgrenze ist die gleiche wie bei der Fast-Food-Strafsteuer in Mexiko, die ab Beginn des kommenden Jahres mit acht Prozent des Lebensmittelpreises erhoben wird.

Dänemark scheiterte mit Fettsteuer

Ob eine Steuer auf fett- und zuckerhaltige Lebensmittel und Getränke tatsächlich etwas an dem Essverhalten ändert, wird von Experten jedoch bezweifelt. Sicherlich würden sich einige diese Lebensmittel nicht mehr regelmäßig leisten können, andererseits würde eine Einführung der Fettsteuer noch lange nicht bedeuten, dass die Bürger zu gesünderen Lebensmitteln greifen würden. Diejenigen, die sich weiterhin Chips, Schokolade und Co. leisten können, werden ohnehin nicht auf diese Produkte verzichten.

Als erstes Land der Welt führte Dänemark eine solche Steuer auf Fette in Lebensmitteln ein. Doch bereits nach einem Jahr schaffte sie die Fettsteuer wieder ab. Grund: zu kostspielig und ohne Auswirkungen auf die Ernährung.

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Quelle: n-tv.de

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