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Die Polizei will hart durchgreifen, wenn es nötig sein sollte.
Die Polizei will hart durchgreifen, wenn es nötig sein sollte.(Foto: imago/Future Image)
Donnerstag, 20. April 2017

Anti-AfD-Demo in Köln: Polizei rüstet sich für linksextreme Krawalle

Am Wochenende hält die AfD ihren Parteitag in Köln ab. Bis zu 50.000 Menschen wollen dagegen protestieren. Darunter dürften hunderte gewaltbereite Linksextreme sein. Zusätzlich bekommt es die Polizei mit einer Terrordrohung zu tun.

50.000 Demonstranten, 4000 Polizisten und eine Terrordrohung - in der Kölner Innenstadt wird am Samstag Ausnahmezustand herrschen. Die Proteste gegen den AfD-Bundesparteitag in einem Hotel nahe der Altstadt dürften Kölns Polizei vor eine der schwierigsten Aufgaben seit Jahren stellen. "Es wird ein Einsatz, der uns vor wirkliche Herausforderungen stellen wird", sagte Kölns Polizeipräsident Jürgen Mathies.

Zu den Anti-AfD-Protesten rufen gleich mehrere Bündnisse auf - und sogar das Festkomitee Kölner Karneval plant eine Kundgebung für Vielfalt und Toleranz. Während sich die Karnevalisten am Rand der Innenstadt und damit in sicherer Entfernung vom Tagungshotel der Rechtspopulisten treffen, wird sich die Polizei auf den Bereich der Heumarkts im Herzen der Domstadt konzentrieren.

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In Blickweite zum Ort des AfD-Kongresses wird auf dem zentralen Altstadtplatz der größte Bündniszusammenschluss "Köln stellt sich quer" demonstrieren - geplant ist unter anderem eine Art Musikdemo mit Lastwagen, aber auch Reden von Politikern wie Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft von der SPD und Grünen-Chef Cem Özdemir.

Ebenfalls im Bereich des Heumarkts versammeln sich die Unterstützer des antifaschistischen Aktionsbündnisses "Köln gegen Rechts". An dieser Demonstration und den weiteren Protesten will auch Linken-Chefin Katja Kipping teilnehmen. Das Aktionsbündnis will laut Internetaufruf "der AfD den Bundesparteitag vermiesen und sich ihr aktiv entgegen stellen".

Hunderte Krawallmacher erwartet

Dass ein kleiner Teil von Demonstranten aus dem Antifa-Lager auch mit Gewalt gegen den AfD-Parteitag Front machen will, bereitet der Polizei die meisten Sorgen. Nach derzeitigen Erkenntnissen sei mit der Anreise von mehreren hundert gewaltbereiten Linksextremisten zu rechnen, sagte Mathies - und zitierte aus Internetaufrufen des linksextremen Lagers.

"Kommt alle nach Köln", heißt es dort dem Polizeipräsident zufolge. "Es wird unser Fest und deren Hölle. Fdeuer statt Konfetti. Last Call: Feuer statt Konfetti. Willkommen in der Hölle von Köln."

Das Tagungshotel jedenfalls wird am Wochenende einer Festung gleichen: Straßen am Rhein, der Rheinufertunnel und eine unmittelbar benachbarte Rheinbrücke bleiben gesperrt, das Hotel wird hermetisch abgeriegelt.

Terrordrohung aus rechtsextremen Spektrum?

Als wäre die Demonstrationslage nicht schon kompliziert genug, sieht sich Kölns Polizei zusätzlich mit einer Terrordrohung konfrontiert. In einer E-Mail drohte zuletzt ein Unbekannter mit womöglich rechtsextremem Hintergrund, der Anschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund vergangene Woche sei eine "letzte Warnung" gewesen. Am 22. April, also am Samstag, werde "buntes Blut fließen". "Der Trupp Köln steht bereit."

Eine der gängigen Parolen gegen Rechts lautet "bunt statt braun"- vielleicht spielt der Mailverfasser mit seiner Drohung darauf an. Mathies zufolge steht weiter nicht fest, von wem die Mail stammt. Nach derzeitigem Erkenntnisstand werde durch die Drohmail die ohnehin hohe abstrakte Anschlagsgefahr aber "nicht weiter gesteigert", sagte der Polizeipräsident.

Durch die Großdemonstrationen dürfte in jedem Fall das öffentliche Leben in Teilen der Kölner Innenstadt massiv beeinträchtigt werden. Die Außengastronomie auf den Demoplätzen bleibt geschlossen, kleinere Einzelhändler mit Geschäften an den Demonstrationswegen wollen kurzfristig entscheiden, ob sie ihre Läden öffnen. Busse und Bahnen fahren in Teilen der City nur eingeschränkt.

Und selbst für Hochzeitspaare haben die Demos Konsequenzen: Wer am Samstag einen Trautermin im historischen Rathaus unweit des Alten Markts hat, wird von der Polizei zum Standesamt eskortiert. Und sollte es dort überhaupt kein Durchkommen geben, steht als Ausweich-Trauort das Bezirksrathaus im weit entfernten Köln-Porz zur Verfügung.

Quelle: n-tv.de

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